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Gunnar Mühlenstädt, Leiter des Hückeswagener Berufskollegs, zieht Bilanz

Hückeswagen / Interview mit Gunnar Mühlenstädt : Dynamik zeichnet das Berufskolleg aus

Gunnar Mühlenstädt, Schulleiter des Berufskollegs Hückeswagen, blickt im Interview auf sein erstes Jahr zurück.

Herr Mühlenstädt, wie haben Sie Ihr erstes Jahr als Leiter des Berufskollegs erlebt?

Mühlenstädt Es ist eine sehr spannende Zeit gewesen, vor allem auch, weil es für mich ein Systemwechsel war: von der größeren und öffentlichen Schule auf eine kleinere und private. Der Beginn war herausfordernd, aber im Verlauf des Jahres hat sich gezeigt, dass es für mich der genau richtige Schritt gewesen ist. Die Entwicklungsmöglichkeiten und die Dynamik, die das Team und die Schule an den Tag legen, sind sehr groß.

Hatten Sie sich das Berufskolleg in etwa auch so vorgestellt?

Mühlenstädt Ich konnte die Schule schon im Jahr vor meiner Ernennung zum Schulleiter kennenlernen. Deswegen war sie mir natürlich nicht fremd. Aber ich habe mich immer wieder über Kleinigkeiten gefreut, die hier viel harmonischer als anderswo laufen.

Wie läuft die Zusammenarbeit im Leitungsteam?

Mühlenstädt Wir sind ein kleines Team, daher müssen wir alle Arbeiten auf mehrere Schultern verteilen. Heinz Dörpinghaus ist sehr aktiv bei der Unternehmensakquise, Dr. Alexander Geist kümmert sich um den Social-Media-Auftritt der Schule und die Weiterentwicklung der digitalen Medien, die wir im Unterricht einsetzen, Gabriele Döbler ist als Geschäftsführerin die „gute Seele“ der Schule und vor allem für die Kommunikation mit den Schülern und den Unternehmen zuständig. Ich selbst sehe mich verantwortlich für die Weiterentwicklung der Schule, sowohl was die Anzahl der Bildungsgänge betrifft, aber auch deren methodische und didaktische Entwicklung.

Welche Ideen und Projekte konnten Sie in ihrem ersten Jahr an der Schule umsetzen?

Mühlenstädt Wir habe uns auf der einen Seite in der Digitalisierung sehr breit aufgestellt: So haben wir ein digitales Lernmanagementsystem und ein cloudbasiertes Schulverwaltungssystem eingeführt. Es gibt auch einen neuen YouTube-Kanal. Der andere Bereich ist, dass wir unsere Partnerunternehmen künftig noch in der Nachwuchsförderung unterstützen wollen. Etwa durch die Kooperation mit der sich in Gründung befindlichen Junior-Akademie. Wir haben auch den weiteren Ausbau des Schulgebäudes in Angriff genommen, es soll ein weiterer Trakt für uns umgebaut werden. Dabei wollen wir das Thema „Neues Lernen“ auch architektonisch umsetzen. Diese Umbaumaßnahmen sollen nach Plan im nächsten Herbst abgeschlossen sein.

Wie wichtig ist das Thema Digitalisierung am Berufskolleg?

Mühlenstädt Die Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung bietet, sind die entscheidende Stütze für die Lehre im Berufskolleg. Durch die Digitalisierung von Lerninhalten können wir die Lehre variabel gestalten und zusätzliche Lernkanäle öffnen. So kann das Lernen für jeden Schüler individueller gestaltet werden. Sie stellt also einen der wichtigsten Punkte für die Weiterentwicklung des Berufskollegs in den kommenden Jahren dar.

Wie kann man Schüler für eine Ausbildung in einem privaten Berufskolleg gewinnen?

Mühlenstädt Das passiert auf mehreren Ebenen. Der Tag der offenen Tür ist sehr wichtig für uns, weil wir die Schüler mit Bussen direkt hierher bringen und ihnen in 90 Minuten eine Realsituation des Ausbildungsgangs präsentieren können. Im Anschluss daran haben sie die Möglichkeit, mit den Partnerunternehmen in Kontakt zu treten und erste Kontakte anzubahnen. Wir sind auch auf den Social-Media-Kanälen – Instagram, Facebook und YouTube – sehr aktiv, dort können wir auch auf ganz einfache Weise mit potenziellen Schülern in Kontakt treten. Letztlich hilft uns aber auch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Denn unsere Schüler sind zufrieden hier – und teilen das ihren Freundinnen und Freunden mit.

Stehen Veränderungen an?

Mühlenstädt Neben den baulichen Veränderungen werden wir von unseren Partnerunternehmen immer wieder auf neue Bildungsgänge angesprochen. Derzeit überprüfen wir auch die Einführung solcher neuen Bildungsgänge – mehr kann ich dazu im Moment aber noch nicht sagen. Ein ganz spannendes neues Projekt ist das Thema „Virtual Reality“ – wie kann man etwa durch VR das Lernen noch bereichern und verändern?

Was ist für Sie das Besondere am Hückeswagener Berufskolleg?

Mühlenstädt Es gibt hier eine ganz persönliche Atmosphäre. Wir mögen uns und arbeiten gerne zusammen. Hier lässt niemand nachmittags den Stift fallen, sondern wir arbeiten an den Projekten auch weit über die Norm zusammen. Die Dynamik, die sich dadurch entwickelt, zeichnet das Berufskolleg ganz klar aus.