Das WM-Fieber muss in Hückeswagen erst noch ansteigen

Fußball-WM: Das WM-Fieber muss erst noch ansteigen

Die Hückeswagener Geschäfte haben noch nicht in den WM-Modus umgestellt. Dekorierte Schaufenster muss man suchen. Die Inhaber wollen nicht voreilig auf den Zug aufspringen und erst noch abwarten.

Bei einem Spaziergang auf der Islandstraße kommt man derzeit kaum auf den Gedanken, dass morgen die Fußball-Weltmeisterschaft startet. In kaum einem Schaufenster hängen schwarz-rot-goldene Flaggen oder Girlanden. Man könnte meinen, die WM geht in diesem Jahr an Hückeswagen vorbei.

Am Samstag, einen Tag vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft gegen Mexiko, ist Mittsommernacht in Hückeswagen. Das Motto: Fußball-WM. Kunstrasen, Torwände und Live-Übertragungen sollen für die richtige Stimmung sorgen. "Zur Mittsommernacht werden bestimmt noch einige Läden mehr dekorieren", sagt Christiane Cannoletta. Sie verkauft in ihrem Schreibwarenladen in einem überschaubaren Korb an der Kasse schwarz-rot-goldene Girlanden, Fahnen und Hüte. Aufstocken will sie ihr Angebot aber noch nicht. "Erst mal abwarten, wie sich die WM entwickelt", sagt sie. Die Fahnen und Girlanden liefen bis jetzt am besten, letztere müsse sie auch wieder nachbestellen. Cannoletta, deren Mann Italiener ist, hat an der kommenden WM nur halb so viel Freude. "Sonst konnten wir immer zwei Mannschaften die Daumen drücken", sagt sie.

Heinz-Gerd Koch freut sich zwar auf die WM und auf die Mittsommernacht, große Hoffnungen macht er sich für sein Blumenhaus aber nicht. "Es kauft keiner mehr Blumen, weil WM ist", sagt er und schmunzelt. "Vielleicht bringt mal jemand einen Strauß mit, wenn es zu Freunden zum gemeinsamen Fußballgucken geht." Das hat ihn jedoch nicht davon abgehalten, sein Schaufenster zu dekorieren - als Einziger bislang auf der Islandstraße. Ein paar Girlanden, ein Filzhut und zwei Vuvuzelas stehen dort. An einer Pflanze in einem Turnschuh hängt ein schwarz-rot-goldenes Bändchen.

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Eifrig Girlanden verteilt haben dagegen Andrea Brügger und Dirk Oberlies in der Postfiliale am Bahnhofsplatz. "Wir verkaufen ohnehin immer Fußball-Fanartikel, da war es klar, dass wir jetzt auch mehr machen", sagt Andrea Brügger. Auch sie bestätigt, dass Fahnen in alle Varianten - fürs Auto, am Stock oder zum Hissen - am gefragtesten sind. Im Angebot hat sie aber auch Schlüsselanhänger, Schweißbänder und Windräder.

Ob die restlichen Geschäfte in der Hückeswagener Innenstadt nachziehen und zur Mittsommernacht in dem WM-Modus schalten, bleibt abzuwarten. Einen Vertrauensvorschuss bekommt die deutsche Mannschaft angesichts ihrer mageren Leistung in den Testspielen wohl nicht.

Das WM-Fieber in der Schloss-Stadt jedenfalls scheint höchstens erhöhte Temperatur zu sein.

(cha)