Stadt Hückelhoven baut Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen aus

Umfangreiche Pläne im Jugendhilfeausschuss : Wie Hückelhoven mehr Kitaplätze schafft

Aktuell fehlen im Stadtbereich 167 Kindergartenplätze. Die Stadt will mit An- und Neubauten sowie Aufstockung der Tagespflege-Plätze mehr Möglichkeiten der Betreuung schaffen. Dafür werden 516.000 Euro allein in 2020 investiert.

Wenn der Jugendhilfeausschuss am heutigen Dienstag über den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen berät, will er dem Rat empfehlen, der Verwaltung drei wichtige Aufträge zu erteilen: Verhandlungen mit dem Katholischen Kirchengemeindeverband über die Erweiterung des Katholischen Kindergartens in Doverenum drei Gruppen zu führen, mit der Evangelischen Gemeinde weiter über den Bau einer Drei-Gruppen-Einrichtung in Ratheim zu sprechen und einen Architekten zu beauftragen, für Kleingladbach einen Anbau zu planen.

Für unter Dreijährige (U3) gibt es aktuell 206 Betreuungsplätze in Tageseinrichtungen sowie 130 in der Kindertagespflege – Fehlbedarf von 94 Plätzen. Ab drei Jahren (Ü3) weist die Planung für das laufende Kindergartenjahr einen Fehlbedarf von derzeit 75 Plätzen aus. Sozialamtsleiter Thorsten de Haas ist zuversichtlich, mit etlichen Baumaßnahmen deutlich mehr Plätze zu schaffen: „Im Bereich Ü3 werden wir eine deutliche Entlastung schaffen und auch U3 die Versorgungssituation erheblich verbessern.“ Nach heutigem Stand geht die Verwaltung im Kitajahr 2021/2022 von 376 U3-Plätzen aus, so dass dann nur noch 54 Plätze fehlen. In diesen Bereichen ist Entlastung in Sicht:

Kindertagespflege Deutlich übertroffen wurde das Angebot in der Kindertagespflege, weil nach Angaben des Sozialdezernenten zusätzliches Fachpersonal gewonnen werden konnte: voraussichtlich 140 Plätze, elf mehr als geplant.

Hilfarth Der Neubau der städtischen Kita-Dependance Tannenstraße (18 U3-Plätze) wird voraussichtlich erst im Mai 2020 fertig. Verzögerungen gab es schon in der Rohbauphase, dann wollte die Stadt die Qualität in einigen Bereichen (unter anderem Küche) erhöhen.

Ratheim Die Awo erweitert ihr Familienzentrum „Venner Hof“, das wird den Mangel an Ü3-Plätzen (in diesem Jahr 76) deutlich entschärfen auf 15 fehlende Plätze im nächsten Kita-Jahr. Weil in Ratheim fleißig gebaut wird, ist für das Wohngebiet Haller Acker angedacht, dort eine neue städtische Kita zu bauen. Da die Kindergärten in Millich und Schaufenberg (27 fehlende Betreuungsplätze) nicht ausbaufähig sind, sollen für die Kinder aus diesen Ortsteilen Plätze in Ratheim geschaffen werden. Von der Evangelischen Gemeinde hat die Stadt schon „Grünes Licht“ bekommen für Ausbaupläne an der Friedensstraße (drei Gruppen), in die laut Thorsten de Haas Gemeindezentrum, Jugendtreff und Kirche einbezogen werden. Das würde für die Stadt den Bedarfsdruck, auch für Altmyhl, mindern. Ein Architekt hat schon einen vorläufigen Plan mit baulicher Verbindung zur Friedenskirche vorgelegt.

Doveren Eine neue Drei-Gruppen-Kita in Doveren könnte Defizite an Plätzen in Baal-Rurich und im Ort selbst kompensieren. Die Verwaltung hat eine Voranfrage an den Kirchengemeindeverband Hückelhoven über die Erweiterung des Kindergartens St. Dionysius um weitere drei Gruppen gerichtet. Bei einer Erweiterung würde erstmals ein Mehrzweckraum für die Einrichtung gebaut. Nutzen: weitere 42 Ü3- und 18 U3-Plätze. Sollte die Kirche das nicht wollen, müsste 2020 mit einem anderen Träger über eine neue Kita für Doveren verhandelt werden oder als Stadt neu zu bauen, etwa auf dem „Kirmesplatz-Grundstück“.

Kleingladbach Der städtische Kindergarten „Tabaluga“, braucht, abgesehen von dem allgemeinen Sanierungsbedarf, eine vierte Gruppe sowie Therapie-, Sozial- und Personalräume. Die Räume sind über mehrere Geschoss- und Halbgeschoss-Ebenen verteilt. Von ursprünglichen Anbauplänen mit Umbau einer Klasse der Grundschule hat die Verwaltung Abstand genommen: Zu groß wären die Eingriffe in die Substanz von Kita und Schule gewesen. „Und wir tun alles, um den Schulstandort Kleingladbach zu erhalten“, betonte der II. Beigeordnete. Für einen neuen Solitärbau neben der Schule sind die Abstandsflächen zu klein. Möglich wäre hingegen ein zweigeschossiger Anbau im vorderen Bereich des Kindergartens zwischen Mehrzweckhalle, Amselweg und dem bestehenden Gebäude. Nun soll ein Architekt einen solchen Anbau planen. „Mit all diesen Beschlüssen schaffen wir die Voraussetzungen, den Ausbau der Betreuungsplätze 2020 mit voller Kraft voranzutreiben“, betonte Thorsten de Haas.

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