Ausstellung des Vogelzucht- und Schutzvereins Gut Hohl Hilfarth 1952 in der Aula

Ausstellung in Hilfarth : Vogelzüchter aus Leidenschaft

Ganz neue Töne erklangen in der Aula in Hil­farth: Der Vogelzucht- und Schutzverein „Gut Hohl Hilfarth 1952“ hatte zur Vogelausstellung geladen und glänzte mit 226 Vögeln in schillerndem Gelb, Rot oder vielen anderen Farben.

Der Vogelzucht- und Schutzverein „Gut Hohl Hilfarth 1952“ hatte zur Vogelausstellung geladen und glänzte mit 226 Vögeln in schillerndem Gelb, Rot und vielen anderen Farben. Der Verein, der aktuell elf aktive Mitglieder hat, unter denen mehrfache Welt- und Deutsche Meister sind, stellte Farb- und Positurkanarien, Carduelide (stieglietzartige) Finken, Hybride und Exoten vor, sodass jeder Vogelliebhaber auf seine Kosten kam.

Die Preisrichter Thomas Müller und Bernd Fischer prämierten zunächst die verschiedenen Vögel und legten viel Wert auf die Farbintensität, die Form, Haltung, das Gefieder und den Gesamteindruck der Tiere. Das A und O ist jedoch die Gesundheit der Vögel: „Das ist ein wichtiger Ausschlussgrund. Ist ein Tier nicht gesund, wird es außer Konkurrenz gestellt“, betonte das Vereinsmitglied Josef Hellenbrand. Er vertrat den Vereinsvorsitzenden Franz-Josef Dreßen und stellte auch selbst einige seiner Vögel aus.

Auch die Vereinsmeister sind von den beiden externen Preisrichtern ernannt worden. Nach deren Urteil hat der Vereinsvorsitzende Franz-Josef Dreßen die schönsten Farben-Kanarien, bei denen viel Wert auf die Farbintensität und Farbtiefe sowie Gleichmäßigkeit gelegt wird, was bedeutet, dass es erstrebenswert ist, dass sich die Vögel kaum voneinander unterscheiden. Bei den Positur-Kanarien, die sich, anders als bei den Farb-Kanarien, durch ihre Form und Haltung auszeichnen, und den Cardueliden gewann Werner Schüngeler.

„Die Herausforderung, sich mit der Genetik auszukennen“, das sei der züchterische Anspruch, erklärt der Geilenkirchener Vogelliebhaber weiter, der sein Hobby und seine Liebe zu den bunten Vögeln voller Hingabe betreibt: „Es ist eine Leidenschaft. Ich betreibe es seit über 50 Jahren. Es ist ein sehr schöner Ausgleich zum beruflichen Alltag, man kommt runter. Wenn ich bei meinen Vögeln bin, konzentriere ich mich nur auf meine Vögel.“ Es wird schnell deutlich, dass hier große Begeisterung im Spiel ist. Darüber hinaus müsse ein Züchter auch hinsichtlich der Fütterung, des Nestbaus und der Harmonie unter den Vögeln versiert sein, erklärt Hellenbrand weiter.

Der Verein zeichnet sich außerdem besonders durch seine interne Offenheit und seine Diskussionsbereitschaft aus, was dem Verein Erfolg über mehrere Generationen sichert und ein angenehmes Vereinsleben mit gegenseitiger Unterstützung und Freundschaften schafft. Dennoch kann sich die tierliebe Gruppe nicht davon befreien, dass auch sie unter akutem Mitgliedermangel leidet. Besonders an der Jugend scheint es zu fehlen: „Es wird in unserem Hobby oft der Fehler gemacht, Informationen für sich zu behalten. Das können wir uns heute nicht mehr leisten“, räumt Hellenbrand ein. Jedes Neumitglied im Verein bekommt einen Paten zugewiesen, der bei jeglichen Fragen zur Seite steht.

Auch etwas für Appetit und Durst bot der Verein seinen interessierten Gästen. So konnte man gemütlich beim Beobachten der Vögel ein Stückchen Kuchen oder auch ein Weinchen genießen.

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