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Hückelhoven: Basteltipps gegen Langeweile

Anregungen vom Millicher Waldorfkindergarten : Basteltipps gegen die Langeweile

Knete selber herstellen und Perlen auffädeln: Anregungen aus dem Millicher Waldorfkindergarten Kristalllicht und dem Familienzentrum Traumland Hückelhoven.

Basteltipps gegen die große Langeweile: Wie beschäftigt man den Nachwuchs zu Hause mit möglichst einfachen Mitteln? Hedda Porkolab leitet den Millicher Waldorfkindergarten Kristalllicht, in dem normalerweise 45 Mädchen und Jungen ausgelassen toben, mit Naturmaterialien spielen oder das Klettergerüst auf dem großen Freigelände der Einrichtung in Beschlag nehmen. Die gelernte Erzieherin gibt Tipps. Aus drei Korken, die nebeneinander angeordnet und mit einem Gummi befestigt werden, Zahnstocher und farbigem Papier als Segel entsteht ein kleines Boot. Niedliche Miniatur-Schildkröten mit einer halbierten Walnussschale als Panzer lassen sich in Windeseile und ohne großartige Bastelkenntnisse herstellen. Um die Feinmotorik zu verbessern, rät sie, mit den Kindern zu Hause Perlen aufzufädeln – so entstehen hübsche Armbänder, Ketten und sogar auch Ohrringe.

Das besondere Waldorfkonzept sieht den Einsatz von Naturmaterialien vor. In der Einrichtung am Millicher Taubenweg, die vor 27 Jahren eröffnet wurde, sind deshalb unter anderem Schafwolle, Webrahmen und Korken zum Spielen und Basteln zu finden. Während der anhaltenden Corona-Krise, in der sich die Steppkes zwangsläufig überwiegend in den eigenen vier Wänden aufhalten, regt Hedda Porkolab an, möglichst auch an die frische Luft zu gehen. Stöcke, Blätter, Baumrinde, Äste oder Steine seien auch zuhause einfach zu finden und könnten gut in das gemeinsame Spiel integriert werden. Aus alten Stoffresten und Pappschablonen entstehen kleine Osterhasen. Auch farbenfrohe Wollreste finden eine neue Verwendung – zum Beispiel als Küken, wenn die Wolle zu runden Pompons gewickelt wird, die zum Schluss mit Augen und einem Schnabel aus Filz versehen werden. Auch zum Flechten von Armbändern eignen sich die Wollreste ihrer Meinung nach hervorragend. Dabei gebe es einen weiteren positiven Effekt: „Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich dabei die beiden Hirnhälften miteinander verbinden.“

Der krisenhaften Zeit kann sie sogar etwas Positives abgewinnen: „Man hat die Chance, sich als Familie anders wahrzunehmen.“ Zum Beispiel bei gemeinsamen Mahlzeiten, für die jetzt mehr Zeit ist. Kinder könnten in das Zubereiten der Mahlzeiten gut eingebunden werden: Obst schneiden fürs Frühstück, Gemüse für die Suppe zur Mittagszeit, den Tisch decken. Oder mal mit Fahrrad und Helm ab ins Grüne, die Natur ganz bewusst wahrnehmen. Klettern sei gut, um den Bewegungsdrang der Mädchen und Jungen zu berücksichtigen.

Der Millicher Waldorfkindergarten Kristalllicht entstand 1993. Für die Wände wurden Pflanzen- sowie Mineralfarben verwendet, eine Köchin bereitet täglich ein biodynamisches, vegetarisches Mittagessen zu. „Individualität spielt bei uns eine sehr große Rolle“, betont Porkolab. Einmal pro Woche entstehen kleine Kunstwerke mit Aquarellfarben, wobei ganz bewusst nur die Grundtöne Rot, Blau und Gelb zur Verfügung gestellt werden, um die Kinder zum Mischen und Ausprobieren anzuregen.

Kirsten Adams ist Erzieherin im Hückelhovener Traumland. Die städtische Einrichtung mit angegliedertem Familienzentrum für 88 Kinder in vier Gruppen ist ebenfalls seit vier Wochen geschlossen, Leiterin Marion Rick arbeitet zu Hause am Konzept. Adams, selbst Mutter zweier Töchter, hat mit den beiden Mädchen originelle Tischsets mit Prinzessinnen-Motiv hergestellt. Als Vorlage dienten Ausmalbilder aus dem Internet, die auf Pappbögen geklebt und laminiert wurden. Auch leere Konservendosen lassen sich, so die Ratheimerin, kreativ gestalten und beim Dosenwerfen einsetzen. Mit Acrylfarben bemalt und mit Tennisbällen beworfen, entsteht auf diese Weise ein lustiger Zeitvertreib. Knete selbst herstellen (das Rezept ist im Internet zu finden) oder mit bunter Kreide Hüpfkästchen auf den Boden malen: Es gibt viele Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln kostengünstig den Nachwuchs bei Laune zu halten.