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Verkehrsrechner defekt: Autofahrer in Hilden sehen Rot

Hilden : Verkehrsrechner defekt: Fahrer sehen Rot

Weil der Verkehrsrechner kaputt ist, gibt es auf einigen Straßen in Hilden, darunter die Berliner Straße, derzeit keine „Grüne Welle“ mehr. Die Reparatur kann wohl erst in der kommenden Woche durchgeführt werden, hieß es.

Verkehrsteilnehmer auf der B 228 zwischen der Walder Straße (Krankenhaus) und Ellerstraße treffen derzeit auf eine rote Ampeln nach der anderen. Die Signalanlagen werden offensichtlich nicht mehr koordiniert.

Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann hat nach Anfrage der RP nachgeforscht. Ergebnis: Der Verkehrsrechner sei defekt, hat ihm die zuständige Straßenmeisterei Velbert mitgeteilt. Dadurch laufen die Anlagen im sogenannten Ortsprogramm. Das bedeutet: Sie sind nicht mehr aufeinander abgestimmt. Die Reparatur werde erst in der 20. Kalenderwoche (bis 17. Mai) möglich sein, so die Straßenmeisterei Velbert, da noch Ersatzteile fehlten.

Weil die B 228 eine Bundesstraße ist, seien der Stadt die Hände gebunden, erläutert Mittmann: „Da können wir nicht selbst tätig werden.“ Das gilt übrigens für zwei Drittel aller 71 Ampelanlagen in Hilden. Für 56 sind Land und Bund zuständig, nur für 21 die Kommune. Gesteuert werden die Lichtsignalanlagen, wie es fachsprachlich heißt, von einem Verkehrsrechner in der Nähe des Rathauses. Die Anlage ging 2004, also vor 16 Jahren in Betrieb.

Moderne Ampeln werden über EDV-Programme geregelt. Die Verkehrsbelastung ist je nach Tageszeit in der Regel verschieden. Deshalb laufen auch über den Tag verteilt verschiedene Programme ab.

Lothar Kliewer muss auf seinem Weg von Hilden-Ost bis zum Hauptbahnhof Hilden elf Ampeln passieren: „An zehn steht man grundsätzlich bei Rot. Es ist schon eine Weile her, dass man mal eine grüne Welle hatte in Hilden. Vielleicht ist ja jemand in der Lage die Ampelschaltung vernünftig einzustellen.“ Auf der Walder Straße zwischen Krankenhaus und Ohligs gibt es laut Stadt aktuell keine Störung.

 „Grüne Welle“ ist ein Thema, das viele Hildener schon lange beschäftigt. Als der Landesbetrieb Straßen vor etwa 20 Jahren nach langem Drängen aus Hilden endlich die Ampeln auf der Walder Straße modernisierte, waren damit große Erwartungen verbunden. Der Durchgangsverkehr sollte auf einer „grünen Welle“ durch den Hildener Osten rauschen, malten sich viele aus.

Das hat in der Realität nicht funktioniert. Weil zum Beispiel die Abstände zwischen den elf Ampelanlagen nicht gleich, sondern mal kürzer, mal länger sind. Das aber behindert einen gleichmäßigen Fahrfluss.

Weitere Gründe: Fußgängerampeln, deren Grünlicht bei Bedarf angefordert werden kann. Hinzu kommt das Verkehrsaufkommen: Grüne Wellen funktionieren nur bei einer Auslastung von bis zu 85 Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit der Kreuzungen. Das wird in der Rush-Hour morgens und abends überschritten.

Hinzu kommt: Je länger der Durchgangsverkehr auf der Walder Straße fließen kann, um so länger müssen Einbieger aus dem Wohnviertel rechts und links der Walder Straße warten. Und deshalb hatten sich viele Bewohner des Hildener Ostens dagegen ausgesprochen. 36 Ampeln in Hilden werden übrigens nachts abgeschaltet. Mehr geht nicht aus Sicherheitsgründen, so die Verwaltung.

Nach einer Untersuchung der Deutschen Versicherungswirtschaft bringen Nachtabschaltungen nur geringe Einsparungen bei der Fahrzeit, Stromverbrauch, Lärm- und Abgasbelastung, aber doppelt so viele und schwere Unfälle als bei eingeschalteten Ampeln.