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Hilden. Mehr als 600 Viertklässler gehen wieder zur Schule

Wiederbeginn der Grundschulen : Viertklässler gehen wieder zur Schule

„Wir haben versucht, alles zu bedenken“, sagt Christiane Gierke, Leiterin der Elbsee-Schule und Sprecherin der Hildener Grundschulleitungen. Wenn Lehrer und Grundschüler sich sehr nahe kommen, tragen beide einen Mund-Nase-Schutz.

Sieben Wochen vor Beginn der Sommerferien beginnt am heutigen Donnerstag für mehr als 600 Viertklässler in Hilden wieder der Unterricht nach der Corona-Zwangspause. Alle Grundschulen haben sich  sorgfältig darauf vorbereitet, berichtet Christiane Gierke, Leiterin der Elbsee-Schule und Sprecherin der Hildener Grundschulleitungen.  In ihrer Schule hat jede der vier Lerngruppen mit insgesamt 46 Schülern einen eigenen Eingang. Beim Gang durch die Flure tragen alle eine Schutzmaske. In der Klasse angekommen, ist erst einmal Händewaschen angesagt. Die Plätze sind mit Namensschildern markiert. Im Klassenraum selbst gibt es keine Maskenpflicht, wohl aber, wenn Schüler und Lehrer sich besonders nahe kommen, etwa bei einer Frage oder einer Erklärung. „Wir haben versucht, alles zu bedenken“, sagt Christiane Gierke nach zahlreichen Videokonferenzen mit ihren Kolleginnen.  Den Viertklässlern fehle jetzt nur noch ein Notenzeugnis. Dann ist ihre Grundschulzeit beendet. Die Beratungsgespräche mit den Eltern über die Empfehlung für die weiterführende Schule seien längst gelaufen. „Mit den Viertklässlern (zehn bis elf Jahre alt) wird der Unterricht unter Corona-Bedingungen funktionieren“, ist sich die erfahrene Pädagogin sicher. „Sorge habe ich, wenn die ganz Kleinen wieder in die Schule kommen. Sie verstehen vieles noch nicht.“ Mehr als eine Jahrgangsstufe gleichzeitig könne nicht unterrichtet werden. Viele Kollegen fielen als Lehrer aus, weil sie zur Risikogruppe zählen oder schwanger sind. Ab 11. Mai sollen alle Grundschüler in NRW tageweise wieder zur Schule gehen. Bereits seit dem 23. März haben alle „Zehner“ (rund 100 Schüler) der städtischen Marie-Colinet-Sekundarschule wieder Unterricht. Ab 12. Mai beginnen für sie die Zentralen Prüfungen. „Es ist gut gelaufen“, zieht Schulleiterin Sabine Klein-Mach Bilanz: „Wir haben ganz strenge Regeln aufgestelllt und auf der Homepage veröffentlicht.“ Die Klassen wurden teilweise gedrittelt. Im Durchschnitt sind acht bis maximal zwölf Schüler in einer Klasse. Zuvor stellen sie sich mit 1,5 Meter-Sicherheitsabstand auf dem Schulhof auf. Der Lehrer befragt jeden einzelnen Schüler nach Corona-Anzeichen. Erst dann geht es in die Klasse. Dort wäscht sich jeder Schüler als erstes die Hände, bevor er sich auf einen markierten Platz setzt. Pausen werden zeitversetzt gemacht, so dass immer nur ein Kurs auf dem großen Schulhof ist. „Diese Regeln sind praktikabel“, sagt die Leiterin der kleinen Gesamtschule (ohne Oberstufe): „Die Klassenleitungen haben regelmäßig die Eltern angerufen und Hilfe angeboten. Dies und die strengen Regeln haben die Eltern beruhigt.“ Sabine Klein-Mach erwartet jetzt, dass demnächst die neunten Klassen wieder zur Schule kommen sollen: „Wir warten auf grünes Licht aus dem Bildungsministerium.“ Mehr Jahrgangsstufen parallel zu unterrichten hält sie für nicht möglich: „Dazu haben wir zu wenig Räume.“ Dann könnte man nicht nur zeitversetzt unterrichten, sondern auch noch ein rollierendes System einfügen. Jede Klasse käme dann nur tageweise im festen Rhythmus zum Unterricht in die Schule.