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Brand von Elektroautos: Feuerwehren Hilden und Haan müssen nachrüsten

Brandbekämpfung : Wenn der Akku brennt, brennt der Baum

Die Feuerwehren in Hilden und Haan sind auf den Brand von Elektroautos vorbereitet – startet in den Batterien allerdings eine Kettenreaktion, ist Hilfe vom Kreis erforderlich. Denn dann müssen die Autos 24 Stunden „abtauchen“.

Dieses Szenario möchte kein Brandbekämpfer gerne erleben: In einem Postverteilerzentrum im niedersächsischen Peine sind vor etwa zwei Wochen sechs Elektrofahrzeuge ausgebrannt. Die Löscharbeiten zogen sich über Stunden, weil Kurzschlüsse in den Akkus der Autos die Brände immer wieder anfachten. Ein Kran musste die Wracks schließlich in mit Wasser geflutete Container setzen. geschätzter Schaden: 300.000 Euro.

Im Haaner Feuerschutz-Ausschuss wollte die Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan jetzt wissen: „Sind wir auf den Brand von E-Autos vorbereitet?“ Feuerwehrchef Carsten Schlipköter bemühte zunächst die Statistik: „Wir hatten bisher noch keinen Fall, in dem ein Elektroauto gebrannt hätte“, berichtete er. Und selbst wenn es mal passiere, werde es vermutlich harmlos verlaufen, weil die Lithium-Ionen-Akkus, die das eigentliche Problem darstellten, von den Herstellern sehr feuersicher eingebaut seien.

Sollte der Fall allerdings doch einmal eintreten, stehen die Brandbekämpfer gleich vor mehreren Problemen, wie auch Hildens Feuerwehrchef Hans-Peter Kremer bestätigt. „Grundlegend ergibt sich bei allen Bränden von E-Fahrzeugen die Gefahr von Stromschlägen“, sagt er. In der Ausbildung lernten die Feuerwehrleute deshalb, welche Abstände sie einhalten und wo sie das Fahrzeug berühren können.

 Brennt der Akku, dann brennt gewissermaßen gleich der Baum. Manchmal sei es notwendig, das gesamte Fahrzeug für bis zu 24 Stunden im Wasser zu versenken, heißt es bei der Feuerwehr Hilden. Das sei über so genannte Abrollbehälter (große Container) möglich. Auch Haan besitzt einen solchen Behälter. Allerdings muss man ein brennendes Fahrzeug dort auch erst einmal hineinbekommen, weiß Carsten Schlipköter. Sein Hildener Kollege ergänzt: „Vor allem wenn das Fahrzeug womöglich noch in einer Ecke einer Tiefgarage geparkt ist.“

  Bei einer tatsächlichen Kettenreaktion durch die Batterie sind beide Feuerwehren auf Hilfe aus der Kreisgemeinschaft angewiesen, weil sie über keine Wechselladerfahrzeuge verfügen. „Wir können die Autos ja schlecht von Hand in den Behälter heben“, sagt Schlipköter. Für solche Fälle gebe es aber die Kreisgemeinschaft der Feuerwehren, die solche Anschaffungen immer eng abspreche.

 Dem  ADAC zufolge geraten Autos übriges am häufigsten in Brand, wenn Kraftstoff oder Öl austritt und auf heiße Autoteile gelangt. Beim E-Auto ist so etwas nahezu ausgeschlossen.

Auch in Hilden haben schon Elektrofahrzeuge gebrannt – laut Feuerwehr allerdings keines davon so, dass der Akku mit betroffen gewesen wäre.

 Großbrände, bei denen eine Kettenreaktion von Batterien stattgefunden hat, gab es in Hilden übrigens schon zweimal in einem erheblichen Ausmaß: 2014 an der Herderstraße und 2016 auf einem Speditionsgelände an der Ellerstraße. In beiden Fällen waren aber keine Elektro-Fahrzeuge betroffen.