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Grevenbroich: Zweiter Täter gesteht Tankstellen-Überfall bei Real

Grevenbroich : Zweiter Täter gesteht Tankstellen-Überfall bei Real

Vor drei Monaten wurde einer der Täter, die im Januar die Tankstelle am Real-Supermarkt in Noithausen überfallen hatten, verurteilt. Gestern hat am Landgericht Mönchengladbach der Prozess gegen seinen mutmaßlichen Komplizen begonnen. Der 29-jährige Hassan S. (Name geändert) räumte ein, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Das Motiv: Geldnot und Drogensucht.

"Ich war total am Ende, sogar den Strom hatte man mir abgestellt", erinnerte sich der junge Grevenbroicher gestern an die Tage vor dem Überfall. "Meine letzte Freundin hatte mich betrogen, belogen und bestohlen. Danach bin ich abgestürzt." Nahezu ausschließlich von Amphetamin, Kokain, Marihuana und Alkohol habe sich der frühere Schlosser "ernährt", er sei bis auf 60 Kilogramm abgemagert. "Ich habe kaum gegessen, war teilweise fünf Tage am Stück wach."

Einige Zeit vor dieser Phase habe er auf einem Fest in Grevenbroich seinen bereits verurteilten Komplizen (NGZ berichtete) kennengelernt. Zusammen mit Ramon S. habe er dann nach der Trennung von seiner Freundin begonnen, Drogen zu konsumieren und zu trinken. "Er war wie ein großer Bruder für mich und hatte Verständnis für meine Situation."

Am Tattag hätte sein Kumpan Geburtstag gefeiert. "Wir haben Rauschgift konsumiert und aggressiven Gangster-Rap gehört." Da sei Ramon S. auf die Idee gekommen, die Tankstelle zu überfallen. "Wir hatten beide kein Geld mehr. Ramon hat seine Pistole genommen, anschließend sind wir auf meinen Roller gestiegen und losgefahren."

An der Tankstelle angekommen, hätte sein Komplize die Angestellte bedroht, Hassan S. selbst will nur das Gelände überwacht haben: "Ich wollte das mit dem Überfall eigentlich gar nicht. Aber Ramon hat immer gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen." Die Frau im Kassenhäuschen der Tankstelle habe vor Angst geschrien, dann sei man mit dem Roller und laut Anklage knapp 1000 Euro im Gepäck geflüchtet.

Ähnlich wie Ramon S., muss auch Hassan S. jetzt mit mehr als drei Jahren Haft rechnen. Nach eigenen Angaben will er die Tat im Alkohol- und Drogenrausch begangen haben, gemeinsam mit seinem Verteidiger Hans-Georg Kroll hofft er darauf, dass der Gutachter ihm eine "verminderte Schuldfähigkeit" zubilligt. Das Urteil soll in der nächsten Woche verkündet werden.

(NGZ)