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Grevenbroich: Studenten planen das neue Schlossbad

Grevenbroich : Studenten planen das neue Schlossbad

Wie soll das neue Schlossbad aussehen? Mit dieser Frage haben sich Studenten der FH Düsseldorf auseinandergesetzt.

Ein rundes Gebäude, das entfernt an ein Schneckenhaus erinnert, schmiegt sich harmonisch an den Erftbogen — das neue Schlossbad, ganz im Einklang mit der Natur. Dies ist die Vision von Arzu Oklu aus Grevenbroich. Die junge Architektur-Studentin hat sich mit 15 Kommilitonen der Fachhochschule Düsseldorf darüber Gedanken gemacht, wie die neue Freizeitstätte einmal aussehen könnte. Ihre Entwürfe sind seit gestern beim Gas- und Wasserwerk (GWG) an der Nordstraße ausgestellt. Umgesetzt werden sollen sie allerdings nicht.

Nach den Plänen von GWG werden mit dem Ende der Freibad-Saison 2013 die Bagger am Schloss anrücken, um das alte Bad abzureißen. "Wir rechnen mit einer Bauzeit von anderthalb bis zwei Jahren. Unser Ziel ist es, Ende 2015 fertig zu sein", sagt Willi Peitz, Geschäftsführer des von GWG.

Erste architektonische Ideen liefern ihm jetzt die Studenten des zweiten Mastersemesters der "Peter Behrens School of Architecture". Unter Leitung von Professor Peter Pütz haben sie zwölf Modelle für ein neues Schwimmbad in Grevenbroich entworfen. "Es sind Studien", sagt Pütz. Nicht alles ließe sich realisieren.

Ein Semester lang haben die Studenten ihrer Fantasie freien Lauf gelassen: Sie entwarfen transparente Hallen, spielerisch verschachtelte Baukörper, integrierten Restaurants und Wellness-Oasen in die Gebäude und leiteten sogar die Erft auf das Gelände um. "Damit würde ein Teil des Bades auf einer Insel stehen", erklärt Peter Pütz.

Auch mit dem Standort wurde gespielt: Mit einem Bad, das zwischen Biergarten und Tennisclub und damit parallel zum Stadion gebaut würde, bliebe das jetzige Areal frei. "Ein schöner Gedanke", lobt der Professor: "Das Gelände könnte dann bis zum Erftbogen hin zu einem Park umgestaltet werden. So etwas passt in die Umgebung des Alten Schlosses."

Ganz so weit will Willi Peitz aber nicht gehen, am Standort gebe es kaum mehr etwas zu rütteln, meint er. Der Geschäftsführer räumt jedoch ein: "Viele Ideen, die uns von der Fachhochschule Düsseldorf präsentiert wurden, sind es wert, weiterverfolgt zu werden." Einige der Gedanken könnten als Vorgaben in einen Architekten-Wettbewerb einfließen, der im nächsten Jahr ausgeschrieben werden soll.

Die von den Studenten vorgeschlagenen Wellness-Angebote müssten dabei jedoch ausgeklammert werden: "Eine Sauna wird es nicht geben — das ist für uns ein Tabu-Thema", sagt Peitz mit Blick auf die Finanz-Vorgaben von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Ohnehin sei das Budget für das neue Schlossbad gedeckelt. Genehmigt das Finanzamt den von GWG angestrebten steuerlichen Querverbund, würden 10,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. "Wenn nicht, gibt es eine abgespeckte Version", so Peitz.

(NGZ/url)