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Grevenbroich: Stadt will illegale Hunde aufspüren

Grevenbroich : Stadt will illegale Hunde aufspüren

Hundebesitzer aus Grevenbroich zahlen jährlich 455 000 Euro an Steuern in die Stadtkasse. Eine Menge Geld – aber offensichtlich noch nicht genug. Die Verwaltung will nicht angemeldeten Tieren auf die Spur kommen.

Hundebesitzer aus Grevenbroich zahlen jährlich 455 000 Euro an Steuern in die Stadtkasse. Eine Menge Geld — aber offensichtlich noch nicht genug. Die Verwaltung will nicht angemeldeten Tieren auf die Spur kommen.

Die Hundebesitzer aus Grevenbroich spülen der Stadt jährlich viel Geld in die Kasse. Alleine für 2013 prognostiziert Monika Stirken-Hohmann einen Ertrag von 455 000 Euro aus der Hundesteuer. Diese Summe will die Kämmerin der Nothaushalts-Kommune aufstocken. Für das nächste Jahr kündigt sie eine Hundebestandsaufnahme an. Voraussichtlich im Frühjahr oder Herbst sollen nicht angemeldete Vierbeiner im Stadtgebiet aufgespürt werden. Im Rathaus wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer relativ hoch ist.

"Der genaue Termin für diese Aktion steht noch nicht fest — er hängt auch von unseren personellen Ressourcen ab", sagt Stadtsprecher Andreas Sterken. Werde ein Mitarbeiter aus dem Innendienst mit den Ermittlungen an den Haustüren beauftragt, fiele dieser etwa für zwölf Wochen aus. Vor diesem Hintergrund sei es auch denkbar, dass die Verwaltung eine Firma mit der Detektiv-Arbeit beauftragen werde.

In den Jahren 1996 und 2002 hat ein solches Unternehmen diese Aufgabe in Grevenbroich übernommen — zuerst auf allen, später nur auf ausgewählten Straßenzügen des gesamten Stadtgebiets. "Zuletzt haben wir im Jahr 2008 eine Bestandsaufnahme vorgenommen", sagt Sterken: "Damals überprüfte ein städtischer Mitarbeiter, der kurz vor der Pensionierung stand, ob Hunde in den Häusern bestimmter Straßen gehalten werden."

Diese Checks sind offensichtlich lukrativ. Denn die Zahl der angemeldeten Hunde ist in den vergangenen Jahren stadtweit gestiegen. "Das ist zu einem Teil auf die vermehrte Haltung von Haustieren zurückzuführen — zum anderen aber auch auf eine verstärkte Kontrolle und die Aufmerksamkeit der Stadtverwaltung", meint Andreas Sterken. Waren Ende 2008 noch rund 3800 steuerpflichtige Hunde in Grevenbroich registriert, stieg die Zahl auf nunmehr 4125 an.

Darunter befinden sich auch die sogenannten "gefährlichen Hunde" (Kampfhunde), die seit 2011 in der Schlossstadt mit einer separaten Steuer belegt werden — auch mit Blick auf die Konsolidierung des städtischen Haushalts. Halter zahlen seitdem je Tier pauschal 400 Euro, die Kämmerin ging von jährlichen Einnahmen in Höhe von 24 000 Euro aus. Dieses Ziel konnte allerdings nicht erreicht werden: "Im Jahr 2012 wurden lediglich 48 gefährliche Hunde veranlagt, so dass für diese Maßnahme mit einem Konsolidierungsbetrag von rund 14 300 Euro gerechnet werden kann", heißt es in einer Vorlage für den nächsten Finanzausschuss. Ursprünglich war die Stadt davon ausgegangen, dass mindestens 80 Kampfhunde gemeldet würden.

Dass die Hundebesitzer für die Haushaltssicherung zur Kasse gebeten würden, bestreitet Sterken jedoch. "Mit der Hundesteuer werden in erster Linie ordnungspolitische Ziele verfolgt", sagt er. Die Stadt wolle die Zahl der Vierbeiner eindämmen und begrenzen — auch weil im Rathaus vermehrt Beschwerden über Hundekot eingehen würden.

(NGZ/rl/jco/top)