1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Neonazi-Prozess am Grevenbroicher Amtsgericht

Grevenbroich : Neonazi-Prozess am Grevenbroicher Amtsgericht

Das Amtsgericht Grevenbroich wird offenbar in den nächsten Monaten Schauplatz eines "Neonazi-Verfahrens". Ein 19Jahre alter Rechtsradikaler muss sich dann wegen Volksverhetzung verantworten.

Ursprünglich war der Grevenbroicher in Wuppertal angeklagt, jetzt jedoch soll das Verfahren nach Grevenbroich abgegeben werden. "Die Akten sind allerdings hier noch nicht in unserem Haus angekommen", sagt Phil Schabestiel, Sprecher des Landgerichts Mönchengladbach, der in dieser Funktion auch für die Justizbehörden in Grevenbroich zuständig sind.

Wie es heißt soll der Heranwachsende, der in Neuss geboren wurde, am 9. November 2011 als Gedenktag der "Reichspogromnacht" in Wuppertal Nazi-Parolen gerufen haben. Etwa 2000 Wuppertaler hatten damals an einer Demonstration gegen Gewalt und Extremismus teilgenommen. Der Demonstrationszug soll unmittelbar an einer von Neo-Nazis bewohnten Wohngemeinschaft vorbeigekommen sein. Der junge Grevenbroicher soll an diesem Tag in der Wohnung zu Besuch gewesen sein — Videoaufnahmen zu Folge soll er den Demonstrationsteilnehmern rechtsradikale Parolen zugerufen haben. Darüber hinaus wird dem 19-Jährigen auch ein Fall von Sachbeschädigung zur Last gelegt.

"Wann es zum Prozess am Amtsgericht Grevenbroich kommen wird und ob beide Taten in einem Verfahren abgehandelt werden, kann ich derzeit noch nicht sagen", erklärte Phil Schabestiel gestern auf Anfrage der unserer Zeitung. Zunächst hatte die Justiz in Wuppertal geplant, das Verfahren wegen Volksverhetzung am Amtsgericht Wuppertal durchzuführen. Jetzt allerdings hat die dortige Justiz festgestellt, dass sie gar nicht für diesen Fall zuständig ist.

Der Grund: Bei Jugendlichen oder Heranwachsenden richtet sich der Verhandlungsort nach dem Wohnsitz des Angeklagten — und der heißt Grevenbroich.

(url)