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Grevenbroich: Neurather auf Ara-Jagd: Papagei mit der Decke eingefangen

Grevenbroich : Neurather auf Ara-Jagd: Papagei mit der Decke eingefangen

Ein gezielter Wurf mit einer Decke – und der Papagei saß in der Falle. Björn Willim (36) gelang es am Wochenende, einen der beiden entflogenen Gelbbrust-Aras einzufangen. Das Pärchen verbreitete eine Woche lang Dschungel-Atmosphäre in den Neurather Gärten. Jetzt lebt einer der beiden in der Wildtierstation "Schneckenhaus".

Freunde hatten Björn Willim von dem Papagei erzählt, der sich in der Nähe des Bolzplatzes aufhielt. "Ich nahm meine Decke mit und fuhr hin", erzählt der 36-Jährige. Der Ara habe völlig erschöpft und ausgehungert im Gestrüpp gehockt. "So war es relativ einfach, ihn einzufangen", schildert der Neurather, der bei der Feuerwehr arbeitet und etwas Erfahrung mit der Tierrettung hat. Die Kinder Miriam (12) und Rebecca (8) reagierten ebenfalls schnell. Zusammen mit Mutter Bianca (37) brachten sie eine Katzentransportbox vorbei. "Die Feuerwehr kam und holte das Tier ab. In der Zwischenzeit versorgten wir es mit Äpfeln", erklärt Björn Willim.

Seit Samstagabend ist der Papagei zu Gast im "Schneckenhaus" im Bend. "Der Vogel war bei der Ankunft völlig ausgehungert. Selbst meine erfahrensten Mitarbeiter waren überrascht, wie gefräßig der Kleine war", sagt Leiter Norbert Wolf. Er geht fest davon aus, dass es sich bei den beiden Gelbbrust-Aras um ein Pärchen handelt. Die Mitarbeiter der Grevenbroicher Wildtierstation haben nun vor, auch den Partner einzufangen.

"Wir werden den gefangenen Ara in einem Käfig in einem Garten oder am Waldrand platzieren – natürlich unter Aufsicht", sagt Wolf. Er hofft, dass sich der andere Papagei davon anlocken lässt. "Er wird wohl ebenfalls sehr geschwächt sein", vermutet der städtische Umweltbeauftragte. Falls Spaziergänger das Tier finden sollten, bittet er darum, die Feuerwehr oder die "Schneckenhaus"-Mitarbeiter zu verständigen. Fangversuche sollten nur mit Vorsicht unternommen werden.

Das hat auch Björn Willim gemerkt. "Der Schnabel des Vogels war beeindruckend groß. Beißen lassen möchte ich mich davon nicht", sagt der Neurather. Auch Norbert Wolf warnt: "Selbst ein erschöpfter Papagei ist noch kräftig genug, um jemandem schmerzhafte Bisse zuzufügen. Da ist Vorsicht geboten." Der Umweltbeauftragte hofft nun darauf, dass sich der Besitzer der beiden Tiere meldet.

(NGZ)