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Grevenbroich: Mehr Platz für U3-Betreuung

Grevenbroich : Mehr Platz für U3-Betreuung

Ein Mammutprojekt: Die Stadt erweitert mit Millionen-Beträgen zurzeit etliche Kindergärten, um Platz für die U 3-Betreuung zu schaffen und den Rechtsanspruch der Eltern zu erfüllen. Zwei Kindergärten ziehen sogar um.

Bob der Baumeister dürfte in den Kindertagesstätten in den nächsten Jahren eine der beliebtesten Figuren sein. Die meisten Jungen und Mädchen werden bald genau wissen, wie sie mit Hammer und Kelle umgehen müssen. In vielen Kitas rücken nämlich Handwerker an. Ihre Mission: Mehr Raum für die U 3-Betreuung zu schaffen. Dafür investiert die Stadt über vier Millionen Euro.

Zum Hintergrund: 2013 muss die Stadt den Anspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz für Unter-Drei-Jährige gewährleisten – für 32 Prozent der Kleinen Plätze bieten. Zurzeit stehen in den Tagesstätten 144 U 3-Plätze zur Verfügung, ihre Zahl soll auf 392 wachsen. "Dann haben wir für 26 Prozent der Kleinkinder Plätze, die übrigen sechs Prozent wollen wir durch Kindertagespflege sicherstellen", erläutert Jugendfachbereichsleiterin Christa Schmitz-Kahmen.

Das größte Vorhaben bildet der fünfgruppige Buckau-Kindergarten, der zurzeit im Bau ist. 32 Kinder unter drei Jahren sollen dort spielen. Die Mehrzahl der Baustellen aber sind An- und Umbauten – bei laufendem Betrieb. "Wir werden so weit wie möglich Rücksicht auf die Kinder nehmen", versichert Gebäudemanagement-Leiter Dirk Schwarz. In der ersten Runde werden jetzt für rund eine Million Euro drei Kindergärten um 26 U3-Plätze erweitert. "In Hülchrath haben die Arbeiten bereits begonnen", so Schwarz. Dort – im "Spatzennest" – wird eine überdachte Pausenhalle geschlossen. In Langwaden wird das zum Teil ungenutzte Obergeschoss umgebaut. Die U 3-Generation kommt aber ins Erdgeschoss, damit die Jüngsten kurze Wege ins Freie haben. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen anfangen – ebenso wie in Barrenstein.

Drei weitere Ausbauprojekte – in Allrath, Kapellen und in der Südstadt – sollen ebenfalls möglichst 2011 angepackt werden. Die Pläne für die 42 zusätzlichen U 3-Plätze – Kostenpunkt: 1,4 Millionen Euro – liegen in der Schublade bereit. "Wir müssen aber den Förderbescheid des Landschaftsverbandes Rheinland abwarten", so Schwarz.

Weitere Planungen laufen längst. In Orken reicht ein Anbau aus. Dagegen soll die von PariSozal in Gindorf betriebene "Zaubermühle" aus dem lauschigen, aber verwinkelten Haus an der Mühlenstraße 2012 in einen Trakt der früheren Gustorfer Hauptschule umziehen. Der Umbau kostet 690 000 Euro. Auch die "Villa Bärenspaß" in Neurath bekommt ein neues, größeres Domizil: Der Finanzausschuss hat laut Verwaltung beschlossen, im Etat Geld für den Umbau des Barbarahauses einzuplanen. der Rat muss aber erst noch den Haushalt genehmigen. Die Stadt will das Gebäude von der Pfarre St. Lambertus kaufen. Vom Tisch ist damit der diskutierte Umzug aufs Gelände der Alten Schule – der wäre deutlich teurer gekommen.

(NGZ)