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Grevenbroich: Die Stuntmen aus Grevenbroich

Grevenbroich : Die Stuntmen aus Grevenbroich

Familie Rübe begeistert die Zuschauer in der vierten Generation mit aktionsgeladenen Vorführungen. Riesige Monstertrucks, Crash Cars und Respekt vor ihrer Arbeit gehören zum Alltag. Sohn Henrico ist der Star der Show.

Der Motor läuft. Der alte weiße BMW fährt auf die Rampe zu – dem Moment entgegen, ab dem das Fahrzeug auf zwei Rädern weiterfahren wird. Souverän lenkt Henrico Rübe (21) diesen Stunt bereits seit Jahren, und dennoch kann er nicht leugnen, dass sein Blut in Wallung gerät. "Ich bin mit Motorrädern, Autos und Monstertrucks aufgewachsen", sagt der Stuntman, der mit seiner Familie in der vierten Generation den Zuschauern unter dem Motto "Stunt and Action" mit waghalsigen Aktionen den Atem raubt. Trotz der Erfahrung fahren Angst und vor allem Respekt stets mit. "Das muss auch so sein, sonst würde ich unvorsichtig."

Angefangen habe alles mit seiner Taufe: "Als Henrico 22 Tage alt war, wurde er in Köln auf dem Hochseil getauft", erzählt seine Mutter Helene Rübe (50). Nach unzähligen Übungen unter der Leitung des Stunt-Vaters Henri (55) mit Dreirädern und Mini-Quads wagte Henrico im Alter von sechs Jahren Sprünge über Menschen. "Er ist der Held unserer Show, immer im Vordergrund", sagt sein Vater. Stolz ist er auf jedes seiner Kinder: Melvin (14), Jean (19) und Charline (20) haben die Action bereits mit der Muttermilch aufgenommen. Sie beherrschen die selben Tricks wie ihr großer Bruder und sind jederzeit bereit, einzuspringen – auch die bei den Zuschauern so beliebten Crash-Fahrten mit mehreren Überschlägen scheuen sie nicht.

Charline tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter – die ist in den 70er Jahren mit dem heute berühmten Hermann Joha (51), der in Köln eine Stuntschule betreibt, auf Autos balanciert. Während der bei namhaften Fernsehproduktionen mitwirkt, steht bei Familie Rübe vor allem eines im Mittelpunkt: die Zuschauer zu begeistern. Rund 80 Shows machen sie im Jahr, touren durch Deutschland ebenso wie durch fremde Länder, mehrere hundert Besucher kommen jedes Mal. Jeden Sonntag gastieren sie in einer anderen Stadt. Trotz des großen Erfolgs ist jede Show auch immer eine Zerreißprobe für die Eltern: "Gerade bei den Crash-Stunts fällt es mir schwer, hinzusehen. Ich hoffe immer, dass Henrico heile aus dem Wagen aussteigt", sagt Helene Rübe. Gerne möchte die Familie, die ihre Wurzeln im Düsseldorfer Raum hat, für ihr Winterquartier ein Grundstück in Grevenbroich erwerben, groß genug, um die 25 Fahrzeuge unterzubringen und später dann auch ein Haus darauf zu bauen. "Wir sind es zwar gewohnt, immer mit den Wohnwagen unterwegs zu sein und können es uns auch gar nicht anders vorstellen, aber wir sehnen uns nach einem Haus für den Winter."

Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Auftakt in Grevenbroich auf Hochtouren: Die Fahrzeuge werden instand gesetzt und neu lackiert. Auch Schrottautos sucht die Familie noch, denn: "Je mehr wir davon haben, desto spektakulärer wird die Show."

(NGZ)