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Grevenbroich: Schulen spüren mit Software Plagiate auf

Grevenbroich : Schulen spüren mit Software Plagiate auf

Wenn Schüler sich an fremden Texten bedienen: Sie klicken sich Hausarbeiten oder Referate durch Internet-Zitate zusammen, ohne diese kenntlich zu machen. Wie Grevenbroicher Lehrer die Textdiebe auch mit Software entlarven.

Copy and paste – Kopieren und Einfügen: Spätestens seit der Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsministers zu Guttenberg wird diese Form der Textbearbeitung diskutiert. Zu verlockend ist es, ohne eigene Recherchen eine schriftliche Arbeit abzuliefern. Natürlich ist das auch für Schüler eine Versuchung.

Das wissen auch die Grevenbroicher Schulleiter – und stellen sich darauf ein. So zum Beispiel Christine Rellensmann. Die Konrektorin der Diedrich-Uhlhorn-Realschule hat schon mehr als einen Schüler ertappt, der sich eine Hausarbeit auf die laxe Tour im Internet zusammengeklickt hat. "In den meisten Fällen sehe ich schon an den Texten, dass sie nicht von dem Schüler sein können", berichtet sie. Zum Beispiel, wenn Wörter darin vorkommen, die der Schüler noch nie benutzt hat. "Ich spreche die Schüler dann an. Meistens fangen sie an zu stottern und zu heulen, geben alles zu", fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Wer verbotenerweise kopiert hat und leugnet, wird trotzdem überführt: Die Deutschlehrerin gibt dann ein paar Textpassagen ins Internet ein, und meistens ist schnell die Originalquelle gefunden. "Die Affäre um Guttenberg ist von den Schülern viel diskutiert worden", sagt die Pädagogin. Was die Jugendlichen daraus gelernt haben: Zitate müssen ausnahmslos als solche gekennzeichnet werden.

Recherchieren, aber nicht kopieren

Auch am Erasmus-Gymnasium ist "Copy and Paste' ein heißes Thema. Um Mogler zu enttarnen, wird dort sogar professionelle Software eingesetzt. Direktor Michael Jung erläutert: "Es werden bestimmte Textpassagen eingegeben und die Software findet diese dann im Internet, wenn sie dort gespeichert sind." Die Software ist für alle Lehrer verfügbar und wird nach Auskunft des Schulleiters ausgiebig genutzt. Jung betont, dass es in der Schule ausdrücklich erwünscht sei, dass die Schüler im Internet recherchieren: "Es darf eben nur nicht abgekupfert werden, die Quellen müssen in jedem Fall bei wörtlichen Zitaten angegeben werden."

Eine Hausarbeit per schnellem Mausklick – das ist auch am Pascal-Gymnasium ein Thema. "Bei Facharbeiten müssen die Schüler unterschreiben, dass ihre Arbeit eine eigenständige Leistung ist", betont Direktor Manfred Schauf. Wendet ein Schüler die "Guttenberg-Methode" an und wird erwischt, gibt es ein "Ungenügend" – was in der Praxis auch schon vorgekommen ist. Die Textkopierer zu erwischen, ist für Schauf und seine Kollegen nicht so schwierig: "Wenn sich der Schreibstil mitten im Text ändert, ist das ein Hinweis. Aber auch, wenn der Schüler ganz anders formuliert, als man es von ihn gewohnt ist. Und auch, wenn, das Thema ein anderes ist, als vorher abgesprochen wurde."

(NGZ)