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Grevenbroich: Erftumbau: Bürger werden beteiligt

Grevenbroich : Erftumbau: Bürger werden beteiligt

Das Ziel ist hoch gesteckt: Die Erft soll ein vielseitiger, naturnaher Lebensraum werden, in der sich viele Fisch- und andere Tierarten tummeln, beispielsweise der einst häufige europäische Flussaal, der zurzeit von Angelvereinen eingesetzt werden muss.

Künftig soll er wieder ungehindert von der Erft zum Laichgewässer in der Sargassosee wandern können. Doch bis dahin wird's dauern: Gestern fiel beim Erftverband in Bergheim der Startschuss für den langen "Weg zu einer lebendigen Erft" – mit rund 90 Vertretern von Kommunen, Verbänden und Naturschützern. "Wir werden bis 2027 unsere Fluss- und Bachlandschaften an der Erft und ihren Nebenläufen, wo es möglich und erwünscht ist, in einen naturnahen Zustand versetzen", kündigte Erftverband-Vorstand Wulf Lindner an. Dabei können sich die Bürger bei Workshops beteiligen.

Zum Hintergrund: Das Land NRW hat ein Zwei-Milliarden-Euro-Programm "Lebendige Gewässer" aufgelegt, mit dem bis 2027 landesweit 2200 Kilometer Wasserläufe umgestaltet werden. Für die Erft soll bis 2012 – in Abstimmung des Verbandes mit den Behörden – der Fahrplan für die Vorhaben aufgestellt werden. Dabei hat der Erftverband mit seinem Perspektivkonzept erhebliche Vorarbeit geleistet.

Bis 2045 soll die Erft von Bergheim bis zur Mündung in Neuss auf 40 Kilometer Länge so weit wie möglich renaturiert werden – ein 70 Millionen-Euro-Programm. Entlang der Frimmersdorfer Höhe wurde auf einem ersten, 300 Meter langen Abschnitt die steinerne Uferböschung beseitigt. Der Verband hofft, dass sich dort Stillwasserzonen, Kiesbänke als Laichorte und weitere für Tier und Pflanze angenehme Aufenthaltsorte entwickeln.

Auch bei Hombroich gab's erste Arbeiten. In einigen Jahren sollen dort und bei Gnadental trocken liegende Altarme wieder mit Wasser und Leben gefüllt werden. Der Gillbach wird sich künftig ebenfalls mehr durch die Landschaft schlängeln. "Einen Abschnitt bei Weckhoven haben wir umgestaltet", so Ulrich Kern vom Erftverband. "Wir wollen einen Biotopverbund schaffen, damit die Fische von einem naturnahen Bereich zum anderen kommen." Renaturierte Teilstücke sind bei Hülchrath und Langwaden geplant.

Wie Erft, Gillbach und Co. aussehen sollen, soll bei zwei Workshops mit Bürgern diskutiert werden: am 1. Juni, 11 bis 13 Uhr, und im September bei der Kreisverwaltung in Grevenbroich.

(NGZ)