Grevenbroich: Weiter Ärger mit  Lkw im Industriegebiet Ost

Verkehr in Grevenbroich : Weiter Ärger mit Lkw im Industriegebiet

Lkw, die Zufahrten blockieren, und Trucker, die Müll hinterlassen – im Industriegebiet Ost gibt es Probleme. Bislang sei nichts passiert, kritisiert „Mein Grevenbroich“. Nun wird ein neues Müllsammelfahrzeug mit E-Antrieb eingesetzt.

Das Industriegebiet Ost sorgt immer wieder für Diskussion in den Ratsgremien. Unter anderem „Mein Grevenbroich“ kritisiert die Zustände, forderte wiederholt Lösungen. Grünstreifen würden zur „Verrichtung der Notdurft“ benutzt, häufig übernachteten Trucker in ihren Fahrzeugen im Gebiet, hinterließen Müll. Zudem würden Lkw gegenüber Einfahrten abgestellt, so dass der Anlieferverkehr nicht mehr auf die Firmengrundstücke fahren könne. Fraktionsvorsitzende Martina Suermann hakte nach einiger Zeit bei der Verwaltung nach. Passiert sei bisher nichts. Sie erkundigte sich, was mit den Anträgen ihrer Fraktion geschehe und wie denn die Lösung aussehe.

Zumindest gegen die Vermüllung – „Mein Grevenbroich“ hatte ein Konzept gefordert – hat die Stadt eine Lösung gefunden. „Die Stadtbetriebe haben mit Hilfe von Fördermitteln einen Kleintransporter mit Elektroantrieb und einen Anhänger beschafft“, erläutert jetzt Stadtsprecher Stephan Renner. Auf den Anhänger „kann einer der beiden Abfallsauger geladen werden.“ Der Sauger soll so unter anderem ins Industriegebiet Ost transportiert und dort eingesetzt werden.

Die Sauger der Firma Glutton funktionieren ähnlich wie ein Staubsauger im Großformat. Durch einen Rüssel wird Müll angesaugt, der in einer mit einem Plastiksack ausgestatteten Tonne landet. Bislang sind die im Jahr 2018 beschafften, von Hand gezogenen Geräte unter anderem in der Fußgängerzone im Einsatz. „Mit dem Sauger zu Fuß ins Industriegebiet zu ziehen, würde zu lange dauern“, sagt Renner. Nun werden die Geräte mobiler. „Mit dem Kleintransporter sollen sie ab Mitte Mai stadtweit zum Einsatz kommen, um auch außerhalb der Innenstadt schnell auf Vermüllung reagieren zu können“, sagt Renner. Der gesammelte Abfall kann auf der Ladefläche des Kleintransporters zwischengelagert werden. „Mit diesem Fahrzeug sollen insbesondere Verschmutzungsschwerpunkte aufgesucht werden“, betont Bürgermeister Klaus Krützen.

„Mein Grevenbroich“ hatte außerdem gefordert, dass die Verwaltung prüfen soll, ob gegenüber Grundstückseinfahrten Halteverbotszonen eingerichtet werden können. Darüber hinaus solle die Stadt mit großen Unternehmen oder Supermärkten Kontakt aufnehmen, um „über eine mögliche Nutzung von Firmengrundstücken als Parkfläche für Lkw zu verhandeln“. Im Rathaus wurde daraufhin überlegt, ob die Straßen im Industriegebiet insgesamt als eine „Zone des eingeschränkten Halteverbots“ ausgewiesen werden sollen, um einen Schilderwald zu vermeiden. Die Polizei stehe dieser Lösung aber kritisch gegenüber, informiert die Verwaltung den am Donnerstag tagenden Rat. Die Polizei vermute bei einer flächendeckenden Parkverbotsregelung Widerstand von Unternehmen. Ein weiteres Problem: Die Verwaltung befürchtet, dass Fahrer mit ihren Lkw auf benachbarte Flächen im öffentlichen Raum ausweichen würden. Sie tendiert dazu, von der flächendeckenden Lösung Abstand zu nehmen und auf Anträge einzelner Unternehmen zu reagieren, bei denen eine „besonders dramatische Verkehrssituation“ entstehe.

In diesem Monat will sich die Verwaltung mit einer weiteren Möglichkeit befassen. Sie spricht mit Vertretern von Dienstleistungsunternehmen, die „Speditionen bei der Suche nach Parkplätzen am Wochenende unterstützen“. Beispielsweise können Lkw-Fahrer mit einer App einen Stellplatz auf einem Firmenparkplatz online buchen.

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