Kalkar: Drei Jahre Hanselädchen Grieth

Kalkar-Grieth : Hanselädchen bewährt sich seit Jahren

Der Idee lag eine gewisse Verzweiflung zugrunde: Dörfer veröden, weil es keine Schulen, Ärzte, Geschäfte mehr gibt. Ein Dorfladen sollte Bewohnern und Besuchern von Grieth neue Impulse geben. Es funktionierte.

Der Dorfladen scheint seine schwierigste Zeit hinter sich zu haben: Immer mehr Kunden kommen, trinken Kaffee, essen Kuchen oder Suppe, kaufen ein wenig ein. Vielleicht nicht gerade den großen Wocheneinkauf, doch regelmäßig ein bisschen summiert sich auch. Das ehrenamtliche Leitungsteam und das Personal sind inzwischen recht zuversichtlich, dass der Laden fortbestehen kann, weil er eben nicht dauerhaft rote Zahlen schreibt. Das „Hanselädchen Grieth“ hat inzwischen viele Fans, übrigens nicht nur im eigenen Ort.

„Auch wenn der erhoffte erstmalige Jahresgewinn im Geschäftsjahr 2018 noch knapp verfehlt wurde, überwiegt beim Team des Hanselädchens der Optimismus. Um beachtliche zwanzig Prozent stieg der Umsatz im vergangenen Jahr, und auch im ersten Halbjahr 2019 verzeichnete man steigende Einnahmen“, berichtet Christian Reintjes, gemeinsam mit Birgit Mosler Vorstand der Genossenschaft. Weiter unterstützen dürfte das Projekt wohl auch, dass sehr gerne hungrige und durstige Radfahrer in das Dorf am Rhein kommen. Nicht zuletzt mit der Fähre.

Und ihnen wird bald ein schönes neues Angebot gemacht: „Der Ausbau des Radwegenetzes dürfte ab 2020 mehr Radfahrer in den Kalkarer Teilort locken, an dessen Marktplatz sich zentral das Hanselädchen befindet“, wirbt Reintjes.

Auf dem Griether Marktplatz fand jetzt eine fröhliche Geburtstagsfeier statt. Vorrangig ging es um das gemütliche Beisammensein bei selbst zubereiteten Leckereien und kühlen Getränken. Natürlich wurde auch das Lädchen selbst ausgiebig begutachtet. Und es wurde viel erzählt, insbesondere sicherlich darüber, wie schön sich das Projekt aus seinen Anfängen heraus weiter entwickelt hat.

Längst vergessen scheint in Grieth die damals emotional geführte Debatte, ob man wirklich die Gründung eines Dorfladens wagen sollte und dann noch mit einem knappen Startkapital, zu groß schien vielen Griethern das Risiko eines Scheiterns. Tatsächlich war es ein langer Weg, bis genügend Anteilsscheine verkauft waren. Die Stadt unterstützte das Projekt im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Renovierung des günstig zur Verfügung gestellten alten Hauses geschah weitgehend in Eigenarbeit der Ehrenamtler. Inzwischen steht die Dorfgemeinschaft stolz hinter ihrem Hanselädchen und unterstützt es nach Kräften, was sich eben auch an den steigenden Umsätzen zeigt.

Als gut besuchter Treffpunkt konnte es sich nach Einschätzung der Vorstände vor allem etablieren, weil sich die Frühstücksangebote und die selbst gebackenen Kuchen und Torten großer Beliebtheit erfreuen. Gerade während der Sommermonate sitzen die Besucher gerne an Tischchen vor dem Haus, aber auch im Winter schmeckt vielen ein herzhafter Eintopf oder ein leckeres Stück Kuchen. Zumal die Räumlichkeiten so schön altmodisch sind. Zu den Höhepunkten der letzten drei Jahre zählen die Akteure auch den jährlichen Weihnachtsmarkt und die regelmäßigen Konzerte von Bands aus der näheren Umgebung. Erst im vergangenen Winter waren als neues Format die „Lädchen Sessions“ erfolgreich eingeführt worden.

Mit Stolz blicke das Team auf die vergangenen drei Jahre zurück, sagt Christian Reintjes: „Wir sind froh und dankbar, dass wir dieses Jubiläum überhaupt feiern konnten und dann auch noch in einer Phase, in der wir vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken können.“ Es liegt nicht zuletzt an den Griethern selbst, ob der Erfolg von Dauer sein wird.

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