Sommertour der Kreis Klever Wirtschaftsförderung: Tierfutterproduzent Mera aus Kevelaer

Sommertour der Kreis Klever Wirtschaftsförderung : Ein tierisch gutes Unternehmen

Mera steht in der Region für Innovationen im Bereich der Hunde- und Katzennahrung. Daher machte die Sommertour der Kreiswirtschaftsförderung bei dem Betrieb in Kevelaer Station. Der Markt wächst, dem stellt sich das Unternehmen.

Mera wächst. Von 2006 bis heute konnte das Tierfutter-Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter von 47 auf 150 verdreifachen. Und auch bei den Mitarbeitern auf vier Beinen erfreut sich die Firma offenbar steigender Nachfrage. Zur Unternehmensphilosophie gehört nämlich, dass das Personal seine Hunde mit zur Arbeit nehmen darf. Immer mehr machen davon Gebrauch. Und die tierischen Kollegen kommen dann auch ganz praktisch bei der Produktkontrolle zum Einsatz, wie Anika Thyrock, Ernährungsberaterin bei Mera, schmunzelnd beim Rundgang durch die Firma erläutert. „Wenn wir neue Geschmackssorten austesten, sind die Hunde der Mitarbeiter willkommene Tester für die neuen Produkte.“ Und nur was bei den Hunden gut ankommt, hat auch eine Chance, später auf den Markt zu kommen.

Und auf dem Hunde- und Katzenfutter-Markt hat sich Mera seit vielen Jahren bestens positioniert, wie Geschäftsführer Felix Vos anlässlich der Sommertour der Wirtschaftsförderung erläuterte. Mit einer Mühle seines Großvaters in Wetten hatte das Unternehmen einst begonnen, inzwischen gibt es einen riesigen Standort im Industriegebiet. Und da die Sommertour diesmal unter dem Motto „Innovation“ steht, passte es bestens, einen Blick auf die rasante Entwicklung des Unternehmens zu werfen. War früher die Sackkarre das prägende Element der Mühle sind es heute hochtechnisierte Roboter, die das Futter durch die Hallen transportieren. Fast alles läuft hochautomatisch, von der Abladung des Rohmaterials bis zur Auslieferung des fertigen Futters.

Mehr als 45 Millionen Euro hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren in Kevelaer investiert. Zehn Millionen Euro davon flossen alleine in ein gigantisches Hochlager. 33 Meter reicht das Lager in die Höhe, über 100 Meter ist die Halle tief. Sagenhafte 18.000 Paletten mit Futter können hier einen Platz finden. So in etwa muss der Hundehimmel aussehen.

Von unten ist nur zu erahnen, wo der Roboter die Paletten abstellt oder wo er danach eine andere Ladung aus dem Regal zieht, die zum Abtransport gebracht werden muss. Auch das passiert alles vollautomatisch.

Anika Thyrock erläuterte beim Gang durch die riesigen Hallen, wie das Tierfutter produziert wird. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Im Kontrollraum für die Technik erinnere ihn manches heute fast an Nasa-Überwachung, sagt Felix Vos scherzhaft. Die fortschreitende Technisierung sei auch mit ein Grund dafür, dass die Zahl der Arbeitskräfte gestiegen sei.

Und Mera will weiter expandieren. Es gibt Überlegungen zum Standort in Kevelaer, aber auch international stellt sich das Unternehmen immer breiter auf. In 40 Ländern ist man bereits am Markt, gerade sei Mera dabei, auch die Zulassung für den riesigen Markt in China zu bekommen. Zudem habe das Unternehmen auch die USA im Blick. Produziert allerdings wird ausschließlich in Kevelaer, wie Vos betont. Und manches erinnert hier trotz Hightech immer noch an das gute alte Plätzchenbacken. Dann nämlich wenn riesengroße Walzen kleine Knochen oder Dreiecke ausstanzen, die anschließend in den Ofen wandern und zu Hundegebäck werden. Nur einen großen Unterschied zum Plätzchenbacken daheim gibt es dann doch schon noch: In den Kuchen kommt bei Mera Fleisch statt Zucker.

Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers lobte, dass es hier ein Unternehmen gebe, bei dem man spüre, dass es intensiv an die Zukunft denke. „Ich habe das Gefühl, hier liegt schon der nächste Bauplan für eine Erweiterung in der Schublade“, sagte er. Kevelaers Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns ergänzte, dass man sich als Kommune freue, wenn es ein Unternehmen in der Stadt gebe, das eine jahrzehntelange Tradition habe und am Standort festhalte. „Von der steigenden Zahl der Arbeitsplätze profitiert auch eine Stadt, weil das den Standort attraktiver macht.“

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