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Handball: Wallrath-Team wird zum Favoritenschreck

Handball : Wallrath-Team wird zum Favoritenschreck

Handball-Oberliga Männer: Die Zweitvertretung des TV Aldekerk bezwang Borussia Mönchengladbach mit 29:24 (16:13)-Toren.

Offenbar hat die Zweitvertretung der Aldekerker Handballmänner inzwischen in der Oberliga gut eingelebt. Denn dort avanciert das Team von Trainer Nils Wallrath so langsam zum Favoritenschreck. Das bekamen jetzt die ambitionierten Handballer von Borussia Mönchengladbach, die bereits im zweiten Jahr versuchen, in die vierte Liga zurückzukehren, am Samstagabend in der Vogteihalle zu spüren. Zum Abschluss der Hinrunde bezwang der TV Aldekerk die in kompletter Besetzung angetretenen Gladbacher mit 29:24 - beim Seitenwechsel hatten sich die Grün-Weißen beim Spielstand von 16:13 bereits einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeitet und sich zudem Respekt beim Gegner verschafft.

Als Vorbild hatte Wallrath den Gegner im Vorfeld der Partie bezeichnet. Vorbild, weil seit vielen Jahren in Gladbach hervorragende und erfolgreiche Arbeit geleistet wird, ohne dabei Negativschlagzeilen zu produzieren. Eine Eigenschaft, die außenstehende Nicht-Neider auch den Aldekerkern weitestgehend zuschreiben würden.

Dass aber nicht nur in diesem Punkt Ähnlichkeiten bestehen, bewies die ATV-Reserve jetzt wieder auf dem Feld - sicher mit dem Heimvorteil im Rücken und den jüngsten, unerwarteten Erfolgen im Kopf. "Das war wieder eine sensationelle Leistung, die sich in der gesamten Breite der Mannschaft gezeigt hat", lobte Wallrath sein Team. Die rund zehn Minuten Durchhänger in der zweiten Hälfte waren da schnell verziehen.

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Weil es gut lief, hielt der Trainer sich mit Wechseln zurück. Und als die dann nötig wurden, sorgte das vorübergehend für kleine Unstimmigkeiten im Spielablauf des ATV. Zudem hatten die Gladbacher auf eine offensivere Deckung umgestellt, womit die Aldekerker ebenfalls Probleme hatten. "Die komplette Stunde Vollgas geht halt nicht, aber es haben wieder mal 40 bis 50 Minuten gereicht, um mit einem Top-Team der Liga nicht nur mitzuhalten, sondern es auch zu schlagen."

Dabei war nach dem Seitenwechsel Florian Lindenau im Tor ein weiteres Mal ein wichtiger Rückhalt, der es verstand, den einen oder anderen Patzer und Ballverlust in der Offensive mit tollen Paraden auszubügeln. Unter anderem hielt er drei Siebenmeter und war auch ansonsten bestens aufgelegt - und das vor gut besetzten Zuschauerrängen in eigener Halle. "Auch das hat uns sehr gefreut, dass wir als zweite Mannschaft auch mal einem größeren Publikum unsere Leistung zeigen und es begeistern konnten." Die Resonanz war entsprechend.

Rechnerisch ist das Saisonziel Klassenerhalt zwar noch nicht geschafft, aber es müsste schon eine Menge schieflaufen, wenn dem ATV II das nicht gelingen sollte. Wallrath und seine erfahrenen Unterstützer haben mit der Nachwuchstruppe bis hierhin geschafft, was viele erhofft, aber nicht zwingend erwartet hatten: ein auch in der Oberliga konkurrenzfähiges Team zu stellen, das für junge Talente ein ideales Sprungbrett ins Regionalligateam sein kann. Und für angehende Handball-Ruheständler schon fast eine Nummer zu groß ist.

Aber das steht auf einem anderen Blatt Papier.

(stemu)