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Neue Organisation der Hockey-Bundesligen mit dem HTC SW Neuss

HTC SW Neuss betroffen : Hockey-Bundesligen werden neu organisiert

Der Hockeyliga e.V. lenkt ab sofort die Geschicke der Ersten und Zweiten Bundesligen. Diese Entscheidung fiel jüngst beim DHB-Bundestag. Ziel ist eine Professionalisierung. So steht der HTC SW Neuss dazu.

Der letzte Schritt zur angepeilten Professionalisierung des Hockeysports ist getan. Nachdem schon Ende März der Bundesrat des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) dem Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen dem DHB und dem Hockeyliga e.V. zugestimmt hatte, machte jetzt auch der DHB-Bundestag mit seiner Zustimmung zu den nötigen Satzungsänderungen den Weg frei für eine weitere Professionalisierung der der Bundesligen. „Damit können wir als Gemeinschaft der Bundesliga-Clubs ab der kommenden Saison die Organisation und Vermarktung der Bundesligen in die eigene Hand nehmen“, heißt es in einem Schreiben der Hockeyliga an die Vereine, darunter auch der Zweitligist HTC SW Neuss.

„Wir möchten uns ganz herzlich beim DHB sowie allen Hockeyvereinen und -verbänden im gesamtem Bundesgebiet für die Unterstützung und den Vertrauensvorschuss bedanken“, sagte der aus Krefeld kommende Hockeyliga-Präsident Dirk Wellen mit Blick auf die Tatsache, dass der entsprechende Antrag beim Bundestag deutlich die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit fand. Wie in anderen Mannschaftssportarten wie zum Beispiel Handball und Volleyball wird der Spielbetrieb in den höchsten Hockey-Spielklassen somit durch eine eigenständige Ligaorganisation ausgerichtet. Die bekommt auch einen hauptamtlichen Geschäftsführer, den Posten wird spätestens zum 1. Oktober der 36-Jährige Victor vom Kolke übernehmen. Der gebürtige Düsseldorfer und ehemalige Hockeyspieler arbeitet aktuell noch im Bereich Marketing und Unternehmensentwicklung der Handball-Bundesliga GmbH. „Die Professionalisierung unserer Sportart kann nur im Schulterschluss zwischen Vereinen und Ligaverband geschehen. Wir als Liga-Organisation sind lediglich die Lokomotive des Zuges“, sagt vom Kolke.

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Die neue Konstellation im Hockeysport bringt mit sich, dass es für jeden Verein Voraussetzung ist, Mitglied beim Hockeyliga e.V. zu sein, um am Bundesligaspielbetrieb (Feld und Halle) teilnehmen zu können. Für den HTC SW Neuss ändert sich nichts, weil er schon seit der Gründung der Institution vor zwei Jahren dabei ist und jährlich seinen Beitrag entrichtet. Denn grundsätzlich sind die Schwarz-Weißen von der Richtigkeit des eingeleiteten Prozesses überzeugt. „Die Organisation kann Rahmenbedingungen setzen, die der DHB so nicht hätte machen können“, erklärt HTC-Teammanager Stephan Busse, der gleichwohl auch eine gewisse Skepsis verspürt. „Wir können uns von den Strukturen her nicht mit Sportarten wie Handball und Volleyball vergleichen. Ich sehe die Gefahr, dass Veränderungen manchen Verein überfordern könnten.“ Zudem sieht Busse Konfliktpotenzial, wenn es darum geht, die Bundesligaspielpläne attraktiver zu machen, weil es dabei zum Beispiel zu Kollisionen mit Terminen der deutschen Nationalmannschaft auf internationaler Ebene kommen könnte.

Noch nicht betroffen sind die Neusser von der ersten Auflage des neu geschaffenen Liga-Cups, weil daran nur bestimmte Vereine teilnehmen dürfen. Damit will die Hockeyliga gleich ein Ausrufezeichen setzen und neben dem Final Four einen weiteren Saisonhöhepunkt etablieren. Geplant ist, dass er immer am vorletzten und letzten Wochenende vor den Bundesliga-Saisonstart im September ausgetragen wird. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren werden 16 Teams eingeladen, die zwölf Erstligisten der abgelaufenen Saison und plus die beiden Erstplatzierten jeder Zweitligastaffel. Die Neusser werden bei der Premiere fehlen, weil sie nach der vor dem aktuellen Corona-Lockdown beendeten Zweitliga-Rückrunde im Norden hinter dem Düsseldorfer HC und BW Köln auf dem dritten Platz landeten.