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Eintracht Geldern ringt den Tabellennachbarn nieder

Volleyball : Eintracht darf sich nach oben orientieren

Volleyball-Regionalliga der Frauen: Mit einem verdienten 3:1 (28:26, 14:25, 25:20, 25:21) gegen Union Lüdinghausen hat sich der VC Eintracht Geldern endgültig in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Machtwort von Lisa Harmsen.

(mahei) Die rund 150 Besucher in der Sporthalle „Am Bollwerk“ durften nach dem Spiel zwei wichtige Erkenntnisse mit auf den Heimweg nehmen. Zum einen können die Gelderner Volleyballerinnen nach dem letztlich verdienten Sieg gegen den Tabellennachbarn SC Union Lüdinghausen den restlichen Saisonverlauf ganz entspannt in Angriff nehmen. Die Mannschaft hat jetzt nach zwölf Spielen 21 Punkte auf ihrem Konto und sich endgültig in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt – in Richtung Gefahrenzone brennt garantiert nichts mehr an. Und zum anderen ist die Mannschaft in der Lage, an Tagen, an denen spielerisch noch Luft nach oben ist, die Punkte mit einer beeindruckenden Moral nach Hause zu bringen.

Zunächst hinterließen die Gastgeberinnen im ersten Meisterschaftsspiel des neuen Jahres allerdings einen etwas verunsicherten Eindruck. Die Eintracht agierte anfangs verhalten. Als sei gerade ein Trainingsspiel im Gange, und nicht etwa ein wichtiges Duell in der Regionalliga West. Die Gäste ließen sich zunächst nicht zweimal bitten und gingen mit 16:11 in Führung. Wenig später lag die Eintracht mit 16:22 im Hintertreffen – der 0:1-Rückstand schien bereits besiegelt. Doch von einem Moment auf den anderen legte die Mannschaft den Schalter um. Sofort wackelte die gegnerische Annahme – nach sechs Punkten in Folge war beim Stand von 22:22 wieder alles offen. Die Gäste versuchten zwar noch einmal, das Ruder herumzureißen. Doch unter dem Jubel der Zuschauer nutzten die Gastgeberinnen Satzball Nummer vier zum 28:26.

Die erfolgreiche Aufholjagd hatte allerdings offensichtlich zu viel Kraft gekostet. Im zweiten Satz ließ die Eintracht Ideen und Tempo vermissen. Der Gegner hatte wenig Mühe, sich frühzeitig abzusetzen und schließlich mit einem klaren 25:14 für den Ausgleich zu sorgen.

Die erkrankte Lisa Harmsen, die das Geschehen nur von außen verfolgen konnte, hatte genug gesehen. Die Kapitänin sprach während des Seitenwechsels ein Machtwort und forderte endlich den nötigen Einsatz von ihren Teamkolleginnen. Die Gelderner Spielerinnen hatten offenbar ganz genau zugehört. Sofort diktierte wieder die Eintracht das Geschehen auf dem Parkett. Zuspielerin Alina Verheyen, später zur „wertvollsten Spielerin“ der Partie gekürt, setzte vor allem die Mittblockerinnen Anja Schoofs und Dörthe Kallweit gut in Szene. Ein ums andere Mal landeten die Bälle über die Mittelposition im gegnerischen Feld. Und auch die Aufschläge wurden risikoreicher und gefährlicher. Eintracht Geldern ging mit 15:10 in Führung und brachte diesen Vorsprung bis zum 25:20 und damit der 2:1-Führung ins Ziel.

Der vierte und wie sich später herausstellen sollte letzte Durchgang war vor allem von der Moral der Eintracht geprägt. Die Zuschauer spürten, dass die Spielerinnen keine Punkte verschenken wollten. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, wobei die Eintracht die Nase immer leicht vorne hatte. Speziell Außenspielerin Nicole Gey, die ein starkes Spiel zeigte, machte dem gegnerischen Block erheblich zu schaffen. Und auch auf die Aufschläge von Alina Verheyen fanden die Gäste keine richtige Antwort. Zwar war beim Stand von 18:18 noch alles offen. Aber die Heimmannschaft schwor sich auf dem Feld noch einmal ein, für die letzten Punkte alles in die Waagschale zu legen. Der Plan ging auf. Die Angriffe und Aufschläge fanden die nötigen Ziele und Lücken, so dass am Ende ein 3:1-Erfolg bejubelt werden durfte.

„Wir haben gezeigt, dass wir uns Punkte auch erarbeiten können. Es war sicherlich kein einfaches Spiel, aber meine Mannschaft hat immer an sich geglaubt. Jetzt möchten wir nach Möglichkeit nächsten Samstag auch beim Tabellenzweiten TuS Herten etwas Zählbares mitnehmen“, sagte Trainer Steffen Bertram.