Wachtendonk: Dokumentarfilm zeigt Unmut in der Kirchengemeinde auf

Wachtendonk: Dokumentarfilm zeigt Unmut in der Kirchengemeinde auf

Drei Schülerinnen drehen einen Film über die Arbeit in der Gemeinde St. Marien. Dabei erfuhren sie, wie unzufrieden die Menschen wegen des Weggangs von Pfarrer Robert Winschuh sind.

Die Stimmung ist nicht gut unter den katholischen Wachtendonkern. Sie fühlen sich allein gelassen vom Bistum Münster. Seit es Pfarrer Robert Winschuh Mitte Januar abzog und mit einer neuen Aufgabe betraute, "sind die Menschen noch mehr zusammengerückt und bemühen sich, die Lücke zu füllen". Lisa Stangenberg hat das gemeinsam mit Lisa Schmitz und Hanna Inderdohnen in Gesprächen erfahren. Seit Anfang April befassen sich die drei Schülerinnen der Liebfrauenschule Mülhausen mit der Arbeit in der Gemeinde St. Marien.

Im Rahmen eines Literaturkurses nähern sich die Teenagerinnen aus Wachtendonk, Kempen und Grefrath den Verhältnissen rund um St. Michael, St. Martin und St. Amandus mit der Kamera. "Wir drehen einen Dokumentarfilm", erklärt Lisa Stangenberg das Projekt der drei Freundinnen. Die 16-jährige Wachtendonkerin verfügt, anders als ihre Mitstreiterinnen, schon über Erfahrungen mit dem Medium. "Seit vier Jahren mache ich Kurzfilme", erzählt sie. Mit Liso Productions hat sie schon Image-Filme hergestellt. Aus den Anfängen mit iPad und iMovie ist mittlerweile eine professionelle Ausrüstung geworden.

Kein Wunder also, dass Lisa Stangenberg bei dem Projekt die Frau an der mit einem Richtmikrofon versehenen Kamera ist. Die beiden anderen helfen beim Auf- und Abbau, sorgen dafür, dass bei den Drehs alles reibungslos läuft und es nicht zu Störungen kommt.

Die Idee, sich mit dem Alltag in der Wachtendonker Kirchengemeinde zu befassen, entstand am Familientisch der Stangenbergs, die im Schatten des Kirchturms von St. Michael wohnen. "Wir sprachen darüber, dass wir ja keinen Pfarrer mehr haben. So entstand die Frage, wie sich die Gemeindearbeit dadurch ändert", erinnert sich Lisa Stangenberg. Das Filmteam begleitet vor allem Pastoralreferent Frank Ingendae, hat aber auch mit "normalen" Gemeindemitgliedern gesprochen, eine Hochzeit und die Kommunion gefilmt. Die einzelnen Sequenzen sollen jeweils durch Passagen eines langen Interviews mit Ingendae eingeleitet werden.

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Mindestens 20 Minuten lang soll der Film werden, so die Vorgabe. "Es werden wohl 25 Minuten", schätzt die junge Wachtendonkerin. Das Schneiden sei sehr aufwendig. Bereits jetzt sind mehrere Stunden Material vorhanden. Und das Trio hat bis Mitte Mai noch einige Termine zu absolvieren. "Das gibt noch lange Nächte", schwant Stangenberg. Und dazu stehen für die Schülerinnen noch die Klausuren an, deren Ergebnisse schon für das G-8-Abi zählen.

Das Team ist zuversichtlich, den Film bis zum Abgabetermin Mitte Juni fertig zu haben. "Unsere Lehrerin steht hinter uns", weiß Hanna (16). Bei der Pädagogin müsse der Drehplan vorgelegt werden, damit sie den Fortschritt überprüfen kann. In einer Unterrichtsstunde am 14. Mai muss das Team das Rohmaterial präsentieren.

"Wichtig ist, dass die Wachtendonker sich angesprochen fühlen, weniger die Note", meint Lisa Stangenberg. Am 8. Juni ist eine Vorführung des Films auf einer Gemeindeversammlung geplant. Und die Filmerin will nicht ausschließen, dass der Streifen auch nach Münster geht.

Ihr Berufsweg ist Lisa Stangenberg schon klar. "Ich versuche, ein Standbein in der Filmbranche zu kriegen."

(RP)
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