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Architektenkammer lobt Bauwerke in Kevelaer und Straelen.

Schöner Bauen im Gelderland : Industrie-Look und viel Licht

Zum Tag der Architektur präsentiert die Architektenkammer NRW Bauwerke, die aus ihrer Sicht besonders gelungen sind. Diesmal ist jeweils ein Gebäude aus Kevelaer und Straelen dabei.

Ob die Corona-Pandemie diesmal Besuche zulässt, ist noch offen. Das wäre umso bedauerlicher, wo sich der „Tag der Architektur“ in Nordrhein-Westfalen zum 25. Mal jährt. Auf jeden Fall ist die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen wieder fündig geworden. In ihrer Broschüre führt sie 180 neue Häuser, Parks und Projekte von Aachen bis Wuppertal als Beispiele für gelungene Gestaltung auf. Aus Kevelaer und Straelen ist auch je ein Gebäude dabei.

Patrick Lehn aus Kevelaer ist der Architekt für die Neugestaltung und Erweiterung der Physio- und Ergotherapie-Praxis von Michael und Nick Bol in der Luxemburger Galerie in Kevelaer (Johannesstraße 10/Eingang Neustraße). Vor 3,5 Jahren begann das Projekt. „Wir brauchten mehr Platz, und die Hauptidee war damals, dass wir unseren Eingang verschönern und in die Galerie verschieben wollten, um die Galerie wiederzubeleben“, heißt es seitens der Praxisbetreiber. Es sollte ein Ort werden, an dem Menschen gerne ihre Zeit verbringen, unabhängig von dem Grund oder den Zielen, die sie haben. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, soziale Kontakte entstehen und die Menschen sich gegenseitig motivieren, ihre Ziele zu erreichen. Kurz gesagt, man musste sich sofort wohl fühlen und in der Lage sein, auf zugängliche Weise Teil einer „Gesundheitscommunity“ zu werden.

Michael und Nick Bol im Eingangsbereich von Myokraft. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Durch den Brandschutz kam es zu Verzögerungen. Das führte anfänglich zu Frustration bei den Bauherren. Doch nutzten sie die Verzögerung auch, um möglichst viele Ideen und Inspirationen zu gewinnen, indem sie Fitnessstudios besuchten und jeden Tag online nach Ideen suchten. Auf diese Weise sei das Konzept enorm gewachsen und seien viele Details herausgearbeitet worden.

In der Broschüre der Architektenkammer ist die Rede von einer Corporate Identity, die sich in der neu gestalteten Fitness-Landschaft widerspiegele. Der Innenraum wurde in ein tuchmattes Schwarz getaucht. Ein ausgeklügeltes Lichtkonzept erzeuge eine freundliche und einladende Atmosphäre. Der gewünschte Industrie-Look entstehe vor allem durch die sichtbare Verlegung aller technischen Installationen und Medien.

Beim zweiten aufgeführten Objekt aus dem Gelderland sind Bauherrin und Architektin identisch. Es ist Gaby Heghmann-Jakobs. Für den Neubau des Architekturbüros der Firma Aplacon GmbH am Kromsteg 28 im Straelener Gewerbegebiet Hetzert wollte sie viel Licht und eine ansprechende Fassade. Die besteht aus Aluminium, das je nach Lichteinfall ein Farbenspiel bietet – mal grün, mal grau und dann wieder pink. Ihr Faible für Geradlinigkeit kommt in dem Kubus zum Ausdruck. Energetisch ist das Gebäude auf dem neuesten Stand. Und viel Technik ist im Innern installiert, einschließlich SmartHome.

Nicht zuletzt legte Gaby Heghmann-Jakobs Wert auf viele Blumen im Garten. „Der blüht gerade jetzt wie verrückt“, freut sie sich. Die abwechslungsreiche Pflanzenvielfalt der Außenanlage lädt zum Verweilen ein.