Geistliches Wort aus Erkrath : Die Kraft der Sonne

Wir können uns wieder aufrichten lassen, von Gott, von Gottes Liebe. Wir müssen nicht den Kopf hängen lassen und verzagen. Das sagt Diakonin Doris Treiber.

Es ist Sommer – das Licht und die Wärme der Sonne, die blühende Natur lässt viele Menschen aufleben. Auf vielen Feldern und in vielen Gärten blühen derzeit große, gelbe Sonnenblumen. Die Sonnenblume richtet sich nach der Sonne aus, sie wächst förmlich zur Sonne hin, sie streckt sich aus zur Lichtquelle. Wonach strecken wir Menschen uns aus?

Es ist wohl wie bei der Sonnenblume: Wir strecken uns aus nach einer Quelle des Lichts, nach einer Quelle des Lebens. Wir brauchen etwas, was uns Kraft gibt; etwas, was in uns Freude auslöst und was unsere Seele ernährt. Eine solche Lichtquelle ist zum Beispiel der anerkennende Blick eines Anderen, die Liebe des Partners, die Freude an der Arbeit oder am Sport, Erlebnisse in der Natur oder die Faszination an der Technik. Wie die Sonnenblume wenden wir uns hin zu diesen Dingen, wir recken uns, wir strecken uns, wir wachsen und öffnen uns zum Licht.

In einem Sprichwort aus Afrika heißt es: „Wende dich der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.“ Dies ist manchmal leichter gesagt als getan: Die Sonne des Lebens ist nicht an die äußeren Jahreszeiten gebunden. Dem einen geht es gut, er kann den Alltag oder vielleicht sogar den Urlaub genießen. Alles läuft glatt und rund, schlechtes Wetter oder Schatten kann dem positiven Lebensgefühl nichts anhaben. Aber es kann auch umgekehrt sein und die Schatten sind einfach stärker, das Leben bekommt einen Knick.

Haben Sie schon einmal gesehen, was passiert, wenn die Sonnenblume einen Knick bekommt? Natürlich hängt sie zunächst mit dem Kopf nach unten, aber trotzdem lässt sie nicht die Blüte hängen oder verdorrt. Wie durch ein Wunder: Sie wächst dann trotzdem wieder nach oben, und die Blüte richtet sich wieder nach der Sonne aus. Die Kraft der Sonne richtet die Blume wieder auf.

Und das ist die Botschaft der Sonnenblume: So kann es auch in unserem Leben sein. Da geht es nicht ohne den einen oder anderen Knick: Eine große Enttäuschung, Krankheit oder der Verlust eines lieben Menschen. Oder, weil wir einen Fehler gemacht haben, der sich nicht so einfach wiedergutmachen lässt. Das Geheimnis ist: Auch wir können uns wieder aufrichten lassen, von Gott, von Gottes Liebe. Wir müssen nicht den Kopf hängen lassen und verzagen. Wenn wir uns nach Gott ausrichten, dann kann er auch einen geknickten Menschen wieder zum Blühen bringen. Wir dürfen uns Gott zuwenden, der Sonne, die über unser aller Leben steht. Ich hoffe, Sie können beides genießen, die Sommerzeit der Natur und Ihre persönlichen kleinen und großen Sommerzeiten mit viel Sonne, die Gott Ihrem Leben schenkt.

(RP)