Wertherbruch: Neues Popfestival "Cheesecake" am Niederrhein

An der Issel in Wertherbruch : Neues Popfestival für den Niederrhein

In Wertherbruch haben junge Menschen das Cheesecake-Festival erfunden. Am Wochenende des 30. August und 1. September werden zwischen Eichen und Issel Bands aus ganz Deutschland spielen. Ein Vorbild: Haldern Pop.

Die Festivallandschaft am Niederrhein wächst weiter. In Wertherbruch findet schon in wenigen Tagen ein kleines neues Popspektakel statt, zu dem Bands der Sparte Indierock aus ganz Deutschland erwartet werden. Die Idee hatte der Wertherbrucher Lukas Niermann gemeinsam mit einigen Freunden beim Festival Haldern Pop, bei dem er regelmäßig mit seiner Clique zu Gast ist. „Wir wollten ein kleines Festival dieser Art auch bei uns in Wertherbruch haben“, sagt Niermann. Er knüpfte viele Kontakte zu Band-Managements und Bookern. Das Ergebnis kann man hören: Vom 30. August bis 1. September gibt es das Cheesecake-Festival zum ersten Mal im beschaulichen Wertherbruch auf dem Hof der Familie Kruse zwischen Eichen und Issel. Die überraschendste Nachricht in diesem Zusammenhang: Ohne große Werbung ist das Festival mit 450 Gästen bereits ausverkauft. „Ich bekomme im Moment im Minutentakt Anfragen von Leuten, die gerne noch kommen würden. Wir haben aber keinen Platz mehr“, sagt Lukas Niermann (28).

Der Name Cheesecake war eine Spontangeburt, berichtet Niermann, der aus Wertherbruch stammt und mit seiner Freundin Jana Kruse bei den Pfadfindern aktiv ist. Dort haben sie gelernt, auch scheinbar unmögliche Projekte zu realisieren. Nach dem Spontanentschluss beim Haldern Pop stand Niermann mit Freunden an einem Käsekuchenstand und sinnierte über die Namenssuche. Niermann stellte fest, dass Cheesecake sehr positiv besetzt sei. „Jeder mag Käsekuchen. Das Wort steht für so viel Gutes“, sagt der 29-Jährige. Zunächst blieb Cheesecake ein Arbeitstitel, doch als in den kommenden Wochen immer mehr Leute anriefen und fragten, wie es mit dem „Cheesecake“ denn weitergehe, da wusste Niermann: Es ist der richtige Name. Gemeinsam mit acht Mitgliedern gründete man den gemeinnützigen Verein Cheesecake-Musik e. V. Alle Gewinne fließen in diesen Verein. Niemand macht Geld damit. Es soll eine große Feier unter Freunden und Bekannten werden.

Erst sollte das Fest auf dem Hof Kruse am Isseldeich nur in kleinem Rahmen mit 150 Besuchern stattfinden. Weil es aber so viele Anmeldungen gab, schnell waren es 450, entschied man sich, Eintritt zu nehmen.

Gefeiert wird am Isseldeich 31. Das Festival soll im Sinne der Nachhaltigkeit gefeiert werden, sagt Lukas Niermann. Am Freitag gibt es ein gemeinsames Abendessen, am Samstag und Sonntag ein Frühstück. Das ist im Ticketpreis drin. Was sonst zur Versorgung notwendig ist, soll nur einen geringen Preis kosten. Essen gibt es aus der Pfadfinderküche in Kooperation mit örtlichen Landwirten, von denen Eier und Gemüse gekauft werden. Die Brauerei Potts aus dem Münsterland ist Unterstützer. Anfallender Plastikmüll solle auf ein Minimum reduziert werden, sagt Lukas Niermann. Wer dann noch nicht entspannt ist, für den gibt es auf dem Hof etwa Yogakurse. „Die Erde am Niederrhein wartet schon darauf, viele nackte Füße begrüßen zu dürfen.“ Es fühlt sich alles ein wenig an wie Haldern Pop in noch kleiner. Gemeinschaft soll gestiftet werden. Beim abschließenden Sonntags-Frühstück bleibe genug Zeit, noch Telefonnummern auszutauschen.

Die Band Kings Of Adelaide. Foto: KOA
Die Band Fiona & The Kibbeling Kings. Foto: FATKK

Acht Künstler werden auftreten. Indiepop, Songwriter, Gitarrenrock. Die Bands heißen Jules Ahoi, Kids of Adelaide, Wildfire, Bennet, Komma, Fiona & The Kibbeling Kings, Cinemgraph und GiiiRL. Lukas Niermann und seine Freunde haben sich durch viel Musik gehört, viele Bands kontaktiert, um dieses Line-up am Ende zusammenzustellen.

(sep)
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