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Fußball: Rheingold am Scheideweg

Fußball : Rheingold am Scheideweg

Wahrscheinlich wird sich in den nächsten beiden Wochen entscheiden, ob der VfB Rheingold Emmerich den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten muss. Trainer Rolf Sent sitzt trotz der Krise fest im Sattel.

Der Rheingold-Express fährt Achterbahn. Vor zwei Jahren zog der Vorstand des VfB Rheingold Emmerich im letzten Moment die Reißleine. Nach der Trennung vom damaligen Trainer Marco Schacht brachte "Feuerwehrmann" Jürgen Stevens das Kunststück fertig, eine Mannschaft, die schon am Boden lag, zum Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga zu führen. Zu Beginn der Saison 2010 / 11 kam Rolf Sent. Und der neue Coach vollbrachte zunächst wahre Wunder. Unter seiner Regie wurde Rheingold Vizemeister und erzielte damit das beste Resultat seit ewig langer Zeit.

Da Mittelmaß offensichtlich nichts für die Schwarz-Weißen ist, geht's aktuell wieder rasant in die andere Richtung. Nach der bitteren 1:4-Heimniederlage gegen den PSV Wesel II ist Rheingold sechs Spieltage vor Saisonende auf den vorletzten Platz zurückgefallen — und Besserung ist nicht unbedingt in Sicht. Der große Unterschied zum Frühjahr 2010: Ein Trainer-Rauswurf steht diesmal nicht zur Debatte. "Wir stehen voll hinter Rolf Sent. Notfalls gehen wir mit ihm in die Kreisliga A. Aber vorher werden wir natürlich versuchen, gemeinsam die Kuh vom Eis zu kriegen", versichert Rheingold-Geschäftsführer Thomas Voetmann.

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Drei Leistungsträger verloren

Erst der Höhenflug, jetzt wieder die Talfahrt — für die Verantwortlichen des Traditionsvereins liegen die Ursachen dieser Entwicklung auf der Hand. Voetmann: "In Marco Windt, Inan Güden und Dirk van de Mötter haben wir in der laufenden Spielzeit gleich drei erfahrene Leistungsträger verloren, die sehr wichtig für unsere junge Mannschaft waren. Das ließ sich nicht verkraften."

Immerhin hat der Rheingold-Vorstand in dieser Hinsicht den Hebel angesetzt. In der Winterpause kam Sebastian Brüschke vom Lokalrivalen SV Vrasselt. Der defensive Mittelfeldspieler geht kämpferisch mit gutem Beispiel voran. Im Sommer kehrt in Verteidiger Marco Köster (FC Kleve) ein weiterer Routinier zu den Schwarz-Weißen zurück. Außerdem kann offenbar der Aderlass abgewendet werden, der gedroht hatte, nachdem Pierre Elspaß und Juri Wolff ihren Wechsel zum designierten Landesligisten RSV Praest bekannt gegeben hatten. "Alle anderen Spieler haben uns für die nächste Saison ihre Zusage gegeben", erklärt Voetmann.

Für den Endspurt im Abstiegskampf haben sich der Geschäftsführer und seine Vorstandskollegen eine zusätzliche Motivationsspritze einfallen lassen: Sollte die Mannschaft ihr Ziel erreichen, gibt's in der nächsten Saison eine etwas höhere Punkteprämie.

(RP)