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Fußball: Diagnose Herzstillstand

Fußball : Diagnose Herzstillstand

Der Vrasselter Fußballer Lars Spangenberg, der am Sonntag bewusstlos auf dem Platz zusammengebrochen war, ist außer Lebensgefahr. Der Emmericher Chefarzt Dr. Joachim van Alst weiß, was im Notfall zu tun ist.

Die gute Nachricht zuerst: Lars Spangenberg ist außer Lebensgefahr. Der Zustand des Kapitäns des Fußball-B-Ligisten SV Vrasselt II, der am Sonntag bewusstlos auf dem Platz zusammengebrochen war, ist mittlerweile stabil. "Die Ärzte haben mir gesagt, dass es Lars den Umständen entsprechend gut geht", teilte Trainer Cahit Nokta gestern mit. Der 35-Jährige, der vom Notarzt ins Klever Krankenhaus gebracht worden war, nachdem die Praester Spieler Tim Schorn und Jörg Bujar Erste Hilfe geleistet hatten, hatte einen Herzstillstand erlitten.

 Lars Spangenberg (untere Reihe, 2.v.r.), Kapitän der zweiten Mannschaft des SV Vrasselt, wird im Klever Krankenhaus behandelt und befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Lars Spangenberg (untere Reihe, 2.v.r.), Kapitän der zweiten Mannschaft des SV Vrasselt, wird im Klever Krankenhaus behandelt und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Foto: Markus van Offern

Dr. Joachim van Alst, Chefarzt des Emmericher Willibrord-Spitals, ist ein erfahrener Notfall-Mediziner. Er bezeichnet den Herzstillstand als ein "vielschichtiges Problem". Soll heißen: Mehrere Risikofaktoren können eine Rolle spielen. "Ganz wichtig: Wer von einer Infektion betroffen ist, sollte in dieser Zeit auf sportliche Betätigung verzichten. Da darf man auch eine starke Erkältung nicht unterschätzen", rät der Anästhesist. Für starke Raucher oder Menschen, die unter Herzrhythmus-Störungen leiden, erhöht sich das gesundheitliche Risiko noch einmal zusätzlich.

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Defibrillator sollte vor Ort sein

Dr. van Alst weiß schon von Berufs wegen, was im Notfall zu tun ist. "Die Laienhilfe ist ganz entscheidend, da eine Wiederbelebung nach Möglichkeit sehr schnell erfolgen sollte. Denn das Gehirn toleriert nur wenige Minuten Sauerstoffmangel ohne Schaden. Daher sollte eigentlich jeder Bürger regelmäßig seine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen." Im Falle eines Herzstillstands muss sofort die so genannte Herzdruck-Massage angewendet werden. Ein Defibrillator, den nach Meinung von Dr. van Alst jeder Sportverein vor Ort einsatzbereit haben sollte, hilft in solch einem Moment nicht. "Der Defibrillator dient dazu, die Herzfrequenz wieder in den normalen Rhythmus zu bringen, falls es zu Kammerflimmern gekommen sein sollte."

Nicht selten ereignen sich auf Sportplätzen und in Turnhallen auch Herzinfarkte. Dr. van Alst: "Die Patienten klagen dann meistens über kalten Schweiß, Übelkeit und Schmerzen im Brustkorb. Dann muss natürlich ebenfalls sofort der Notarzt alarmiert werden, da sich auch beim Herzinfarkt Kammerflimmern oder Herzstillstand entwickeln können."

Nach Ansicht des Emmericher Chefarztes können Betroffene wie Lars Spangenberg durchaus in ein gesundes Leben zurückfinden. "In der Reha-Phase, die sich an den Aufenthalt im Akutkrankenhaus anschließt, spielt auch die gesunde Ernährung eine wichtige Rolle. Und in Herzsport-Gruppen, die in der Regel etwa drei Monate nach einem Herzinfarkt besucht werden können, wird ein individuelles Training angeboten. Damit lässt sich auch wieder die erwünschte Fitness erreichen", macht Dr. van Alst den Patienten Mut.

(RP)