Die Pokal-Sensation

Bezirksliga-Spitzenreiter RSV Praest hat gestern Abend den Niederrheinliga-Tabellenzweiten VfL Rhede aus dem Rennen geworfen. Der Außenseiter setzte sich mit 8:7 im Elfmeterschießen durch.

Bezirksliga-Spitzenreiter RSV Praest ist reif für höhere Aufgaben. Die Mannschaft hat gestern Abend in der fünften Runde des DFB-Pokals auf Kreisebene gegen den Niederrheinliga-Tabellenzweiten VfL Rhede für eine Sensation gesorgt. Der Außenseiter, der kurz vor dem Aufstieg in die Landesliga steht, behauptete sich im Elfmeterschießen mit 8:7 (1:1, 1:1, 0:0). Um exakt 21.41 Uhr durfte sich Torhüter Steffen Nüßmann von den knapp 100 Praester Fans feiern lassen, nachdem er den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte. Zuvor waren die Rheder Schützen Dimitri Steininger und Bodo Teriethe gescheitert, während in den Reihen des RSV nur Matthias Bauhaus Nerven gezeigt hatte.

"Meine Mannschaft hat sich taktisch sehr diszipliniert verhalten und den VfL Rhede überhaupt nicht zur Entfaltung kommen lassen. In der zweiten Hälfte haben wir immer wieder Nadelstiche setzen können. Im Elfmeterschießen hatten wir das Glück des Tüchtigen", meinte RSV-Trainer Roland Kock nach der Nervenschlacht.

Baran erzielt den Führungstreffer

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In der regulären Spielzeit hatte ausgerechnet Sezgin Baran die Gelb-Schwarzen in der 67. Minute in Führung gebracht. Der junge Angreifer war erst zu Saisonbeginn nach einem glücklosen Gastspiel in Rhede zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Doch der Gastgeber musste noch einmal um den Pokal-Coup bangen. Der Rheder Kevin Juch, der kurz zuvor eingewechselt worden war, erzwang in der 89. Minute mit dem Ausgleichstreffer die Zusatzschicht. In der fälligen Verlängerung schwächte sich der Favorit, der große Chancen auf den Sprung in die Regionalliga besitzt, selbst. Der zuvor bereits verwarnte Simon Lechtenberg konnte in der 101. Minute den Mund nicht halten – folgerichtig stellte ihn Schiedsrichter Jens Hempel (Eintracht Emmerich) mit Gelb-Rot vom Platz.

In der restlichen Spielzeit passierte so gut war nichts mehr. Im fälligen Elfmeter-Krimi hatte der RSV Praest bei strömendem Regen das bessere Ende für sich und machte den Einzug in die sechste (und letzte) Kreispokal-Runde perfekt. Dort hat die Mannschaft Heimrecht gegen den Landesligisten PSV Wesel.

Die Gelb-Schwarzen verdienten sich die große Überraschung mit einer taktischen Meisterleistung. Roland Kock hatte in der Abwehr und im Mittelfeld zwei Viererketten aufgeboten, die konsequent die Räume eng machten. So war der Favorit zwar optisch überlegen, fand aber überhaupt nicht zu seinem Spiel.

(RP)