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Emmerich: Schau mir in die Augen, Kleiner!

Emmerich : Schau mir in die Augen, Kleiner!

Der Postkartenkalender vom Haus Koekkoek ist im Museumsshop des Künstlerhauses zu haben. Mittendrin die "Mona Lisa von Kleve", eingebettet in Landschaften des großen Naturmalers aus den Niederlanden.

Sie blickt den Betrachter intensiv an, als wolle sie gleich sagen: "Schau mir in die Augen Kleiner!" Die vollen roten Lippen zeigen ein vielleicht sogar ironisches Lächeln. Dabei ist es fraglich, ob die "Unbekannte junge Frau" (so der Titel des Bildes) ihr Lächeln 1846, als der damals berühmte niederländische Maler Barend Cornelis Koekkoek sie auf die Leinwand brachte, ironisch gemeint haben durfte. Man weiß nicht, wer die Schöne, wer die "Mona Lisa von Kleve" war. Sie sitzt auf einer grünen Bank vor einem dicken alten Baum und schmückt in dem handlichen Postkartenkalender vom B.C.-Koekkoek-Haus den März.

Den Kalender für 2017 hat jetzt der Freundeskreis der Klever Museen herausgebracht. Er bietet eine gute Möglichkeit, die Museumsfreunde in ihrer Arbeit für die beiden Museen in Kleve zu unterstützen.

Für Mitglieder des Freundeskreises kostet das gute Stück 10,50 Euro, für alle anderen 11,80 Euro. Er bietet damit zwölf Kunstpostkarten für unter einen Euro das Stück an. Um die einzelnen Monatsblätter als Postkarte verschicken zu können, muss man nur mit einer Schere das rechts neben die Karten gedruckte Kalendarium abschneiden.

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Zu haben ist der kleine Kalender im Museumsshop von Haus Koekkoek Er hat wochentags von 14 Uhr bis 17 Uhr, und sonntags sowie feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Eine schöne Aufmerksamkeit fürs Fest.

Der kleine Kalender mit dem klassizistischen Künstlerpalais auf der Titelseite fasst die zwölf Postkarten mit Kalendarium in einer praktischen Plexiglasbox zusammen. Die schützt die Karten und dient übers Jahr zugleich als Aufsteller für den Kalender. Man rückt dem Haus in den ersten Monaten des Jahre zunächst einmal näher: Im Januar grüßt die Athene mit Speer und Schild leuchtend weiß vom Belvedere-Atelier-Turm hinter dem Palais, der Februar gönnt einen detailverliebten Blick auf den Deckenschmuck. Hier sieht man, wie aufwendig die Salons in den Etagen des Hauses verziert sind und wie liebevoll sie einst restauriert wurden. Es lohnt also auch, mal den Blick von den Bildern abzuwenden und gen Decke zu schauen. Goldverzierte Blumenranken mit zartrosa Blüten liegen in den Stuckverzierungen, die uns die Karte zeigt. Dass man im Palais auch prächtige Hochzeiten feiern kann, sieht man an zwei mit Blumengestecken verzierten Stühlen. Die Gestecke wirken wie ein Zitat aus dem Deckenschmuck des Hauses.

Dann wendet sich der Jahreskalender der Kunst zu: Die Dauerleihgabe aus Privatbesitz "Hirten mit Kühen in Waldlandschaft" eröffnet den Reigen der Koekkoek-Landschaftsbilder. Es stammt aus dem Jahr 1834 und lebt von der reichen Natur, in deren Mitte ein stilles Gewässer im Schatten der Bäume liegt. Links im Vordergrund dann die Kühe und der rastende Hirte.

Aus der Enge der Waldlichtung hinaus führt der Monat Juni in die freie Landschaft bei Beek, die Koekkoek 1828 malte. Lange Schatten der Bäume künden das Unwetter an, das sich im Hintergrund tiefdunkelgrau am Himmel aufbaut, zwischen zwei Bäumen duckt sich eine mit dickem Reet gedeckte Katstelle, eine Frau geht über den ausgefahrenen Weg.

Adele Koekkoek brachte die ganze Pracht des Sommers auf einen Tisch: Im Juli folgt ihr Früchtestillleben aus dem Jahr 1873. Im Juli, wie auch schon im Februar und im April, verrät uns die Postkarte des Monats auf ihrer Rückseite auch noch die in diesem Monat startende Ausstellung: Titel, Titelbild und die Zeit der Ausstellung ist da abgedruckt. Unbedingt vormerken, sagen uns die schmalen Ankündigungen.

Fehlen darf natürlich auch nicht Koekkoeks Liebeserklärung an Kleve: Das "Souvenir de Cleve" aus dem Jahr 1847, erst kürzlich ins Haus gekommen und eine Dauerleihgabe des Freundeskreises. So zieht sich das Jahr durch bis in den Dezember: der entlässt uns mit der Treppe hinunter ins Foyer des Hauses: Adieu Koekkoek, bis 2018.

(RP)