Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt Anis Amri nahm offenbar Bekennervideo auf

Berlin · Der mutmaßliche Berlin-Attentäter hat offenbar Wochen vor dem Anschlag ein Video aufgenommen. Darin schwor er dem Anführer der Terrormiliz IS Abu Bakr al-Bagdadi die Treue. Die Sequenz wurde anscheinend in der Hauptstadt gefilmt.

Fotos: Anis Amri nach Anschlag in Berlin in Mailand erschossen
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Anis Amri - tödliches Ende einer Flucht

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Foto: dpa, kno
Christoph Schroeter
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Die Opfer des Terroranschlags sind alle identifiziert. Das Bundeskriminalamt teilte über den Kurzmitteilungsdienst Twitter mit: "IDKO des BKA hat Identifizierung der 12 Todesopfer vom Breitscheidplatz beendet." IDKO ist die behördeninterne Abkürzung für Identifizierungskommission. Bekannt ist, dass unter den Toten jeweils ein Pole, eine Italienerin, eine Israelin und ein Tscheche ist.
Christoph Schroeter
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Frankreich lässt Medieninformationen zunächst unbestätigt, wonach der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri über Frankreich nach Italien gelangt sein soll. "Ich rufe zur größten Vorsicht auf im Hinblick auf Informationen, die zur Zeit zirkulieren", sagte Innenminister Bruno Le Roux. "Nur die Ermittlungen werden es erlauben, die Fakten präzise festzustellen." Er sei mit seinen Amtskollegen in Deutschland und Italien in Kontakt.

Christoph Schroeter
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Nach dem Tod des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Anis Amri im italienischen Sesto San Giovanni hat die Bürgermeisterin der Stadt dem Polizisten gedankt, der den Terrorverdächtigen erschossen hatte. "Ich habe ihm gesagt, dass die ganze Stadt dankbar ist und stolz auf die Aktion vergangene Nacht", sagte Monica Chitto. Die Einwohner seien verwundert und verängstigt.
Vera Kämper
Vera Kämper
Sozialministerin Andrea Nahles hat den Opfern des Anschlags offenbar eine Entschädigung in Aussicht gestellt. Das berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland. Demnach sagte die SPD-Politikerin: "Im Zusammenhang mit den Anschlägen von Berlin ist dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales wichtig, dass jetzt jeder die Hilfe bekommt, die er braucht." Zuvor hatte Spiegel Online berichtet, dass es nach dem Gesetz über die Entschädigung von Opfern (OEG) ausdrücklich keine Zahlungen gebe, wenn die Tat durch einen Lastkraftwagen verübt wurde.
Christoph Schroeter
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Schaut man sich die Vegetation auf dem Video an, muss dieses schon vor einiger Zeit aufgenommen worden sein.
Christoph Schroeter
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Das angebliche Bekennervideo von Anis Amri zeigt den mutmaßlichen Attentäter laut "Spiegel" am Nordhafen in Berlin-Moabit, unweit der Stelle, an der er den Lkw gestohlen hat.
Christoph Schroeter
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Laut Medienberichten haben Ermittler in dem von Amri genutzen Lkw dessen Handy gefunden.
Vera Kämper
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Anis Amri starb nach einem Schusswechsel mit der Polizei – nach einer normalen Straßenkontrolle mitten in der Nacht in Mailand. Einer der Beamten arbeitete noch zur Probe. Beide Polizisten werden wie Helden gefeiert. Unser Italien-Korrespondent schildert die Ereignisse der Nacht.

Laura Sandgathe
Laura Sandgathe
Tage nach dem Anschlag gibt es Gewissheit für die Familie: Unter den Todesopfern ist eine Frau aus Neuss. Sie wurde vom Bundeskriminalamt identifiziert.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Der Zuspruch zur AfD ist in einer Umfrage deutlich gestiegen. Die Partei gewann in einer Insa-Umfrage im Vergleich zur Vorwoche 2,5 Prozentpunkte hinzu und lag bei 15,5 Prozent. Die CDU verliert demnach 1,5 Prozentpunkte und käme auf 31,5 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

Die SPD verliert einen Prozentpunkt und erreicht 20,5 Prozent. Linke und Grüne liegen unverändert bei 11,5 beziehungsweise zehn Prozent. Die FDP verliert einen halben Prozentpunkt, würde aber mit sechs Prozent wieder in den Bundestag einziehen.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Nachtrag zu dem angeblichen Bekennervideo: Der auf dem Video zu sehende junge Mann richtet sich dabei an die "Kreuzzügler": "Wir kommen zu Euch, um Euch zu schlachten, Ihr Schweine." Es werde Rache für das Blut von Muslimen geben, das vergossen wurde. Dabei steht Amri offensichtlich auf einer Brücke. Hinter ihm ist ein Gewässer zu sehen. Die Aufnahme könnte in Deutschland aufgenommen sein.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Das war's. Fragen hatte Angela Merkel nicht zugelassen.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
"Wir tun allen, dass unser Staat ein starker Staat ist."
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Merkel hat heute mit dem tunesischen Präsidenten gesprochen. Sie hätten sich weiter intensive Zusammenarbeit zugesichert. „Ich habe dem Präsidenten gesagt, dass wir den Rückführungsprozess deutlich beschleunigen und die Zahl der Rückzuführenden erhöhen müssen.“
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Notwendige politische oder gesetzliche Änderungen werde die Bundesregierung schnell umsetzen.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Der Fall Amri werfe viele Fragen auf, so Merkel. Nicht nur zu dem Fall selbst, sondern auch zu der Zeit davor, seit Amri nach Deutschland gekommen ist. Wenn es weitere Schuldige gebe, würden diese zur Rechenschaft gezogen, sagt Merkel.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Merkel: "Wir denken an die Opfer des Anschlags." Merkel erwähnt besonders das italienische Todesopfer und den erschossenen polnischen Lkw-Fahrer. "Wir verspüren die Solidarität unserer Freunde weltweit."
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Jetzt gibt Angela Merkel eine Erklärung ab. Sie dankt den italienischen Behörden für die "engste Zusammenarbeit". Ihr Dank geht auch an die beiden italienischen Polizisten. Dem verletzten Beamten wünscht Merkel gute Genesung. Der Terrorismus fordert uns alle heraus. Es tut gut zu wissen, wie wir alle uns in Europa dem Terrorismus entgegenstellen.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
"Diese Eskapade in mindestens zwei oder drei Ländern ist symptomatisch für die totale Sicherheitskatastrophe, die das Schengen-Abkommen darstellt", sagte die Vorsitzende des rechtsextremen französischen Front National (FN), Marine Le Pen. Sie bekräftigte, dass sie Frankreich seine Souveränität und nationalen Grenzen wiedergeben und das Schengen-Abkommen aufkündigen werde.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Das IS-Sprachrohr Amak hat ein Video veröffentlicht, auf dem der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri zu sehen sein soll. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört dieser dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Jetzt gibt Justiminister Maas eine Erklärung ab. Auch er sagt, dass die Ermittlungen noch weiterlaufen, mögliche Hintermänner müssten ermittelt werden.
Er weist genau wie de Maiziere darauf hin, dass man sich zusammensetzen wolle, um Konsequenzen aus dem Fall zu erörtern.
Das war es auch schon. Mit einem "Frohe Weihnachten" geht Maas von der Bühne.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Innenminister de Maiziere schließt mit der Bemerkung: "Es gibt sehr viele Gerüchte in diesem Fall."
Christoph Schroeter
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Es gelte nun, herauszufinden, ob es noch Unterstützer gebe.
Christoph Schroeter
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BKA-Chef Münch sagt, auch über Weihnachten sei eine dreistellige Anzahl an Ermittlern mit dem Fall beschäftigt.
Christoph Schroeter
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Er sei weiter mit seinen Gedanken bei den Opfern, die noch in den Krankenhäusern liegen und wünsche "uns allen ein friedliches Weihnachtsfest".
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Er wolle, so de Maiziere, in den kommenden Tagen mit seinem Kollegen Maas (Justizminister) reden.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Jetzt müsse über Konsequenzen aus dem Fall diskutiert werden.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Die Ermittlungen in dem Fall des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt seien damit aber nicht abgeschlossen.
Christoph Schroeter
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Jetzt lobt de Maiziere die europäische und internationale Zusammenarbeit bei den Ermittlungen.
Christoph Schroeter
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"Ich bin sehr erleichtert, dass von dem mutmaßlichen Attentäter keine Gefahr mehr ausgeht", so de Maiziere
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Maiziere erklärt, er habe seinem italienischen Amtskollegen und den beiden Polizisten gratuliert.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Durch die Fingerabdrücke konnte Amris Identität bestätigt werden.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Der Innenminister erläutert noch einmal die Ereignisse in Mailand.
Christoph Schroeter
Christoph Schroeter
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere gibt gerade eine Erklärung ab.

Dana Schülbe
Dana Schülbe
Mailands Polizeipräsident Antonio de Iesu erklärte auf einer Presssekonferenz, Amri sei allein unterwegs gewesen, als er auf die Polizisten getroffen sei. Auf ihn seien zwei Schüsse abgegeben worden, einer habe den Brustkorb getroffen und sei tödlich gewesen. Berichte, wonach er "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben soll, wies de Iesu zurück. Amri habe die Polizisten aber als "Bastarde" beschimpft.
Dana Schülbe
Dana Schülbe
Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute um 15 Uhr eine Stellungnahme zum Tod Amris geben. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière will sich in wenigen Minuten dazu äßern.
Dana Schülbe
Dana Schülbe
Der Mailänder Polizeipräsident betonte, die Behörde habe keine Geheimdienstinformationen oder andere Hinweise darauf gehabt, dass sich Amri nach Mailand abgesetzt habe. Er habe sich verdächtig verhalten und sei deswegen kontrolliert worden. Die Polizeistreife habe keine Ahnung gehabt, dass es sich um den mutmaßlichen Berlin-Attentäter handeln könnte, sonst wäre sie vorsichtiger gewesen.
Dana Schülbe
Dana Schülbe
Es gelte jetzt auch zu prüfen, ob die Waffe, die bei Amri in Mailand gefunden worden sei, die Tatwaffe sei, mit welcher der Beifahrer des Lkw in Berlin erschossen worden sei, sagte Frank.
Dana Schülbe
Dana Schülbe
Der Generalbundesanwalt Peter Frank äußert sich nun und bestätigt, dass die italienischen Behörden den Erschossenen als Anis Amri identifiziert haben. "Unsere Ermittlungen gehen weiter", betonte er. Man wolle nun feststellen, ob es ein Unterstützer-Netzwerk, Helfer oder Mitwisser gegeben habe. Diese Ermittlungen liefen gegen Unbekannt. "Das ist für uns jetzt von zentraler Bedeutung - auch den Fluchtweg nachzuziehen."
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat erleichtert auf den Fahndungserfolg im Fall Amri reagiert. Der "Albtraum eines bewaffneten, frei herumlaufenden Terroristen" habe ein Ende gefunden, sagte der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow. "Wir sind froh darüber, dass die italienischen Kollegen bei dem Zwischenfall in Mailand so professionell reagiert haben." Entwarnung könne jedoch nicht gegeben werden. "Unter anderem muss geklärt werden, ob und wo der getötete Anis Amri Hintermänner oder Unterstützer gehabt hatte."
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Bei der Person auf den am Donnerstag bekanntgewordenen Fotos einer Überwachungskamera vor einer Moschee in Berlin handelt es sich nicht um den mutmaßlichen Attentäter Anis Amri, teilte der Chef des Landeskriminalamts, Christian Steiof, in einer Sitzung des Berliner Innenausschusses mit. Nach Aussagen der Polizeibeamten, die Amri kennen oder zeitweise observiert haben, "ist die Person auf diesen veröffentlichten Bildern nicht Anis Amri", sagte er.

Am Donnerstagabend hatte das rbb-Fernsehen Bilder einer Überwachungskamera gezeigt und berichtet, darauf sei der tatverdächtige Tunesier Anis Amri vor einem Moschee-Verein zu sehen, der als Salafisten-Treffpunkt gilt. Gezeigt wurden Fotos, die vor und nach dem Anschlag gemacht wurden.

Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Die Berliner Polizei bedankt sich bei ihren Kollegen in Mailand und wünscht dem verletzten Kollegen gute Besserung.
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, erklärte in seiner Weihnachts- und Neujahrsbotschaft: "Terror bleibt Terror, egal wo und von wem begangen." Deutschland werde sich weder den Extremisten noch jenen beugen, die ihnen in die Arme spielten, indem sie gegen Flüchtlinge und Muslime Stimmung machten. Wie Mazyek erklärte, sollten beim Freitagsgebet in den Moscheen die Opfer des Berliner Anschlags in die Gebete aufgenommen werden. In einer Reihe von Moscheen waren im Anschluss Mahnwachen für den Frieden in der Welt sowie gegen Hass und Gewalt geplant.
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, rät trotz der Hiobsbotschaften der jüngsten Zeit zu Vertrauen in die Weihnachtsbotschaft. "Weihnachten lädt ein, sich nicht von der verbreiteten Nervosität und Gereiztheit anstecken zu lassen, sondern der Weihnachtsgeschichte zu vertrauen", erklärte Bedford-Strohm am Freitag in Hannover. "Am Ende siegt das Leben, nicht der Tod."
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Die Ermittler in Italien wollen mehr über Amris Waffe herausfinden. Es solle geklärt werden, ob es sich um dieselbe Waffe handle, die bei der Entführung des polnischen Lkws am Montag in Berlin verwendet wurde, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica". Amri habe in Mailand mit einer 22-Kaliber-Pistole geschossen, schrieb die Polizei auf Facebook.
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Einige der Schwerverletzten des Terroranschlags kämpfen weiter um ihr Leben. Es seien 53 Menschen verletzt worden, 14 von ihnen sehr schwer, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) bei einer Sitzung des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus.
Bislang seien sechs Todesopfer identifiziert. Die Identifizierung der übrigen Toten dauere an.
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni bedankt sich bei einer Pressekonferenz bei den Polizisten, die Amri niedergestreckt hätten. Auch er bestätigte den Tod des Terrorverdächtigen Amri. Es sei für die Italiener wichtig zu sehen, dass der Staat für sie da sei.
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Ob die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland nun wieder runtergefahren werden, konnte der Sprecher des Innenministeriums nicht sagten.
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Nach Angaben der Polizei in Mailand hatte der erschossene Terrorverdächtige Anis Amri keine Dokumente bei sich.
Christina Rentmeister
Christina Rentmeister
Amri ist aus Frankreich, aus Chambéry in Savoien, nach Turin gekommen, berichtete der Mailänder Antiterrorchef Alberto Nobili. Von Turin in der italienischen Region Piemont sei er wiederum mit dem Zug nach Mailand gefahren, wo er gegen 1 Uhr in der Nacht zum Freitag angekommen sei. Gegen 4 Uhr am Morgen sei er den zwei Polizisten begegnet, die ihn bei einem Schusswechsel töteten.
(felt)
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