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Ruderverein in Rees investiert in sein Vereinshaus

Ruderverein Rees : Neuer Glanz fürs Bootshaus

Der Reeser Ruderverein investiert viel Geld und Arbeit in seine Immobilie am Rhein. Künftig soll das Haus wieder gesellschaftlicher Mittelpunkt der Ruderer, Segler und Taucher werden.

Die exponierte Lage am Rhein ist traumhaft, birgt aber auch ihre Tücken: Das Bootshaus des Reeser Rudervereins hat in den letzten Jahrzehnten stark durch Wind, Wetter und Wasser gelitten. Um den langfristigen Verfall zu stoppen, erreichen die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen gerade ihren Höhepunkt. Aktuell wird das Dach mit neuen Pfannen gedeckt, im Anschluss werden die eingerüsteten Mauern neu verputzt. Auch das Innere des Hauses wird kernsaniert.

100.000 Euro und damit etwas weniger als die Hälfte der letztlich anfallenden Kosten erhält der Ruderverein aus dem NRW-Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“. Der Rest wird aus Vereinsrücklagen, Spenden und Krediten finanziert. Hinzu kommt viel ehrenamtliches Engagement, wobei der Vorsitzende Peter Beckmann vor allem seinen Vize Harry Schulz und den Steg- und Geländewart Bernhard Brömling hervorhebt. In der Summe hat das Duo seit 2020 schon fast 700 Arbeitsstunden in das Bootshaus investiert. Schulz ist Bauleiter, Bernhard Brömling leitet die Elektroarbeiten. Auch das senkt die Kosten, worüber sich der vierte im Bunde, Kassenwart Wolfgang Komescher, freut.

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„Wir legen großen Wert auf die Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben“, sagt Peter Beckmann. Diese persönlichen Kontakte seien gerade in Zeiten knapper Baustoffe wichtig. Während andere Baustellen vergeblich auf Holzlieferungen warten, bekam der Ruderverein fast alles, was er für die Sanierung brauchte. In manchen Fällen, zum Beispiel bei der Isolierung, ging man Kompromisse ein und wählte gute Alternativen zu den ursprünglich vorgesehenen Materialien.

Bis zum Jahreswechsel soll das Bootshaus in neuem Glanz erstrahlen, auch wenn die Corona-Pandemie zu manchen Verzögerungen führte, die Baukosten leicht erhöhte und eine Fristverlängerung erforderlich machte.

Die Pläne für eine umfassende Sanierung reichen bis ins Jahr 2014 zurück, als der jetzige Vorstand den Ruderverein übernahm. Die Finanzierung sollte nicht zuletzt durch die Verpachtung des Hauses an einen Gastronomen ermöglicht werden. Doch der Widerstand einzelner Mitglieder, gepaart mit der Ablehnung mehrerer Anwohner gegenüber einem Restaurant im Mischgebiet der Wasserstraße, machte einen Strich durch die Rechnung.

2019 erhielt der Ruderverein dann 4000 Euro von der SL Natur Energie Stiftung für erste Maßnahmen gegen die Feuchtigkeit im Haus. Im April 2020 folgte die entscheidende Zusage über die 100.000 Euro aus Landesmitteln.

Wenn das Bootshaus fertig ist, soll es auch wieder eine größere Rolle im Vereinsleben spielen, das sich zuletzt oft auf das Reeser Meer konzentrierte. Das liegt vor allem daran, dass die Segler und Taucher, aber auch die traditionellen Ruderer ihren Sport sicherer am Reeser Meer ausüben können als auf der Schifffahrtsstraße namens Rhein.

Neben gesellschaftlichen Räumen für Versammlungen, Schulungen und Stammtische soll das umgebaute Bootshaus auch neue Trainingsmöglichkeiten bieten. Auch das Eingangstor an der Front zur Wasserstraße wird verbreitert, damit die Segler bei Bedarf ihre Boote zum Überwintern oder Renovieren ins Bootshaus bringen können.

An die Gründungsväter des Rudervereins erinnert ein besonderer Hingucker: Im Versammlungsraum in der oberen Etage thront jetzt ein altes Ruderboot über den Köpfen der Mitglieder und Gäste. Ein Kran der Firma Bollwerk hat das rheintaugliche Museumsstück auf den alten Holzbalken abgelegt. Derweil läuft im Erdgeschoss der Umbau der Sanitäranlagen mit Dusche und barrierefreien WC-Anlagen weiter. Parallel wird das gesamte Innere des Bootshauses gedämmt, verputzt und weiß gestrichen.

Und bis alles fertig ist, werden Harry Schulz, Bernhard Brömling und weitere ehrenamtliche Helfer bestimmt noch viele zusätzliche Arbeitsstunden im Protokollbuch vermerkt haben.