1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

DJ Drumcomplex legt im PAN Kunstforum in Emmerich auf

Emmerich : Warum der weltbekannte DJ Drumcomplex plötzlich im PAN Kunstforum auflegt

Das Kunstforum ist nach 15 Monaten Abstinenz zurück. Nun will die Kultureinrichtung Künstler aus der Region unterstützen, die besonders unter Corona leiden. Den Auftakt macht der Emmericher DJ Arnd Reichow.

Ohne jeden Zweifel, auch für das PAN-Kunstforum sind die vergangenen 15 Monate keine leichte Zeit gewesen. Kultur rückte im Kampf gegen Corona weit in den Hintergrund des öffentlichen Interesses. Nun aber hat die Emmericher Kultureinrichtung wieder ihre Türen geöffnet. Irene Möllenbeck, Vorsitzende des Kuratoriums der Museumsstiftung, hofft, dass es bald wieder bunter zugeht am Nonnenplatz. Damit das klappt, schiebt sie nun ein neues Veranstaltungsformat an.

„Langsam nehmen unsere Aktionen wieder Fahrt auf. Auch wenn wir geschlossen hatten, haben wir im Hintergrund bereits eine Menge geplant“, sagt Möllenbeck. Unter dem Titel „PAN meets…!“ sollen in den kommenden Monaten Künstler aus der Region im Museum auftreten – und wenn möglich ein völlig neues Publikum ansprechen, vorzugsweise junge Menschen. „Während der Corona-Zeit gab es Branchen, die überhaupt nicht betroffen waren und sogar dicke Gewinne eingefahren haben. Die Kulturszene und die Künstler aber sind absolute Verlierer der Pandemie“, sagt Irene Möllenbeck.

 Auf dem Bild zu sehen sind (v.l.) Reimund Sluyterman, Irene Möllenbeck, Nick Merkert, Arnd Reichow, Sascha Tück und Johannes Diks.
Auf dem Bild zu sehen sind (v.l.) Reimund Sluyterman, Irene Möllenbeck, Nick Merkert, Arnd Reichow, Sascha Tück und Johannes Diks. Foto: Markus van Offern (mvo)
  • Florian Funke
    Krefelder Initiative : Warum die Zukunft der Kultur im Digitalen liegt
  • 19 Lokale stehen in Emmerich aktuell
    Kampf gegen den Leerstand in der Stadt : Emmerich will große Ketten werben
  • Camping-Festival in Erkelenz : Diese Szene-Stars spielen beim Electricity

Zum Start der Eventreihe hat das Museum daher den Emmericher Musiker Arnd Reichow gewonnen, der mit dem Namen „DJ Drumcomplex“ in Clubs auf der ganzen Welt auflegt. Den Kontakt stellte Sascha Tück her, der eng mit Arnd Reichow befreundet und Beisitzer im Vorstand der Stiftung ist. „Wir wollen Künstlern vor Ort hier eine Bühne bieten, um auf diesem Wege wieder direkt in die Wohnzimmer der Menschen zu kommen und auf unsere aktuelle Ausstellung aufmerksam zu machen“, sagt Sascha Tück.

Arnd Reichow ist seit sieben Jahren hauptberuflich als Musiker tätig. „Das war natürlich damals ein risikoreicher Schritt, den nicht jeder gegangen wäre. Aber es hat sehr gut geklappt. Ich bin nicht David Guetta, aber ich kann von der Musik leben“, sagt der 47-Jährige. Seine künstlerische Ausrichtung ist ein Mix aus Techno, Elektro und DJ. „Vor Corona habe ich auf allen Kontinenten dieser Welt aufgelegt. Kurz vor dem ersten Lockdown war ich noch in Buenos Aires. Dann wurde plötzlich alles abgesagt“, sagt Reichow, der auch ein internationales Radioprogramm produziert und im November sein neues Album veröffentlicht hat. Mittlerweile würde das Geschäft langsam wieder anlaufen, nur in Deutschland geht es schleppend voran. Anfragen kommen dieser Tage zuvorderst aus den Benelux-Staaten oder Osteuropa. „Ich habe auch wieder Angebote, in Indien aufzulegen. Aber mit Blick auf Corona habe ich auch eine Vorbildfunktion, das mache ich nicht“, sagt er.

Vor einigen Wochen dann habe er einen ganzen Tag im PAN verbracht – und vier Stunden lang aufgelegt. Sein Auftritt wurde aufgezeichnet. Zudem hat ein Kameramann jede Ecke des Kunstforums eingefangen. Das Ziel: Die aktuelle Ausstellung bekannter Plakatgestalter in Szene setzen. Das Resultat ist ein einstündiges Programm, das am 26. Juni ab 21 Uhr über soziale Medien, insbesondere über diverse Facebook-Kanäle, ausgestrahlt werden soll. „Normalerweise gibt es bei meinen Auftritten ordentlich auf die Mütze. Es geht nach vorne, die Leute sollen laut kreischen. Nun ist die Musik ein wenig deeper, melodischer und musikalischer. Damit passt sie besser zur Umwelt hier im PAN. Es war mir aber wichtig, mit diesem Auftritt eine Marke zu setzen, die man sich noch in zehn Jahren anhören kann“, sagt Arnd Reichow bei der Vorstellung des Veranstaltungsformats.

Im Nachgang des Online-Events ist die Aufzeichnung auch im Internet abrufbar, sodass man nicht unbedingt live dabei sein muss. Für Irene Möllenbeck ist aber bereits klar: „PAN meets…!“ soll zu einer Reihe werden. Denkbar ist, dass weitere Musiker, aber auch etwa Literaten eingeladen werden. „Veranstaltungen in Präsenz sind weiterhin schwierig. Mehr als 30 Personen auf Stühlen, die im Schachbrettmuster aufgestellt werden, sind kaum möglich. Wir haben lange hin und her überlegt, was wir jetzt machen können. Da haben wir gemerkt: Digital geht immer. Auf diesem Wege hoffen wir, nach 15 Monaten Zwangspause wieder einen Impuls setzen zu können“, sagt Irene Möllenbeck.