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Kita feiert Karneval in Rees: Nachbar ruft die Polizei

Villa Kunterbunt : Kita feiert Karneval – Anwohner ruft die Polizei

Weil er sich vom Lärm des Rosenmontagsumzugs der Villa Kunterbunt in seinem Schlaf gestört fühlte, hat ein Anwohner der Kita die Polizei gerufen.

(ms) Am Aschermittwoch ist alles vorbei, heißt es in einem Kölner Karnevalslied. Das dürfte auch jenen Reeser Bürger freuen, der jetzt bei Kindern, Erzieherinnen und Eltern der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt für verständnisloses Kopfschütteln sorgte.

Und darum geht‘s: Nach zwei Jahren Corona-Abstinenz freuten sich die vier Kita-Gruppen über eine Karnevalsparty mit Spielen, Liedern und Leckereien. Als Höhepunkt und zugleich als Ersatz für den abgesagten Reeser Rosenmontagszug folgte ein kleiner Umzug vom Melatenweg durch das angrenzende Wohngebiet Queckvoor.

Dafür hatten die verkleideten Cowboys, Ritter und Prinzessinnen einen Bollerwagen als Karnevalswagen geschmückt. „Viele Nachbarn kamen freudig an ihre Fenster oder vor die Häuser, winkten den Kindern zu und schenkten ihnen Süßigkeiten“, sagt Gabi Schröder, Leiterin der Villa Kunterbunt.

Umso größer war die Überraschung, als bei der Rückkehr ein Polizist vor der Einrichtung stand. Der war nicht verkleidet, sondern ging seiner Arbeit nach: Es sei ihm sehr unangenehm, druckste der Beamte rum, aber ein Anwohner hätte sich wegen der Ruhestörung durch den Karnevalszug beschwert.

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Damit aber nicht genug: Als die Polizei fort war, erschien der Vormittagsschläfer noch höchstpersönlich an der Kita und erklärte mit Nachdruck, er habe gerade eine Nachtschicht hinter sich und fände es unmöglich, dass die Kinder ihn geweckt hätten.

Da der Mann noch recht jung war, hegt Gabi Schröder eine stille Hoffnung: „Vielleicht hat er ja bald selbst Kinder und wird erleben, was es bedeutet, in glückliche Kinderaugen zu schauen.“