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100 Jahre alter Baum muss nach Vandalismus in Bocholt gefällt werden

Umwelt-Vandalismus in Bocholt : Unbekannte zünden 100-jährigen Baum an

In Bocholt musste eine Trauerweide an der Aa gefällt werden. Der Sachschaden beträgt 30.000 Euro. Die Stadt erstattet Anzeige, die Polizei ermittelt.

Von einem Dumme-Jungen-Streich will Karsten Tersteegen nicht sprechen. „Es geht hier um eine Straftat, um Sachbeschädigung und Brandstiftung.“ Der Sprecher der Stadt Bocholt ist noch einigermaßen fassungslos nach dem Vorfall an der Aa. Ein Unbekannter hat dort eine mehr als 100-jährige Trauerweide angezündet. Der Baum brannte von innen her komplett aus, die Feuerwehr rückte zum Löschen an, doch der Baum-Oldie war nicht mehr zu retten. Die meisten Äste sind bereits entfernt, demnächst wird er komplett gefällt. Nur der Stumpf bleibt noch stehen.

„Dieser Vorfall ist mehr als ärgerlich, denn es handelt sich hier um einen richtig schönen Promenadenbaum an exponierter Stelle“, so Tersteegen. Der Baum steht an der Aa kurz hinter der Stelle, an der der Aasee in den Fluss übergeht. Dort seien viele Fußgänger unterwegs, der Weg liegt parallel zur Industriestraße. Bislang gibt es aber noch keine Zeugen.

 Der unbekannte Täter steckte etwas Brennendes in den Stamm des Baumes.
Der unbekannte Täter steckte etwas Brennendes in den Stamm des Baumes. Foto: Stadt/Stadt Bocholt

Nach bisherigen Ermittlungen hat der Unbekannte etwas Brennendes in den Stamm gesteckt. Von dem Hohlraum unten breitete sich die Glut in dem kompletten Baum aus. Er war nicht mehr zu retten. Ein Großaufgebot war ein Einsatz: „Da die Situation für die Einsatzkräfte vor Ort schwierig einzuschätzen war, haben wir den Entsorgungs- und Servicebetrieb Bocholt und die Polizei hinzugezogen“, so Jörg Telaar von der Bocholter Feuerwehr. Vor Ort waren sechs Einsatzkräfte und ein Tanklöschfahrzeug. Da die Glut jedoch mehrfach wieder aufflammte, musste der Stamm seitlich geöffnet werden, damit die Feuerwehr von dort löschen konnte. Zur Sicherheit wurde die komplette Krone zurückgeschnitten, jetzt soll auch der Stamm durchgesägt werden. Nur der Stumpf bleibt stehen. Er soll zumindest als Totholz noch Vögeln und Insekten als Lebensraum dienen.

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Die Stadt hat Anzeige erstattet. Denn der Schaden ist gewaltig. Der Wert des Baumes wird auf rund 30.000 Euro geschätzt. „Er gehört sicher zu den Methusalems im Stadtgebiet“, sagt Tersteegen.

Über die Motive des Täters kann er nur spekulieren. Er vermutet, dass es um reinen Vandalismus geht. Solche Vorfälle seien auch äußerst selten. Vor einigen Jahren waren einmal im Bocholter Stadtwald diverse Bäume so angesägt worden, dass sie schließlich eingingen. Hier hatte sich schließlich ein Mann zu den Taten bekannt. Er wollte, dass die Bäume verschwinden, weil ihn der Schatten störte, habe er damals gesagt.

Im aktuellen Fall sei die Lage aber völlig anders. Hier gehe es offenbar um reine Zerstörungswut.

Die Polizei sucht Zeugen. Hinweise nimmt die Kripo in Bocholt unter 02871 2990 entgegen.