Duisburg: DVV: knapp 30 Millionen Euro Verlust

Duisburg: DVV: knapp 30 Millionen Euro Verlust

Der Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzern (DVV) hat 2012 einen Verlust von 29,6 Millionen Euro eingefahren. In diesem Jahr sollen es nur noch knapp fünf Millionen Euro sein.

Die vom DVV-Konzern jetzt vorgelegte Bilanz zeigt, dass der Umsatz beim Strom um 65 Prozent auf über 1,1 Milliarden Euro gesteigert wurde. Auch beim Gas (plus 33,5 Prozent) und der Fernwärme (plus 15,7 Prozent) gab es große Zuwächse beim Umsatz. Die Gewinnerwartung für 2012 wurde dagegen bereits im zweiten Quartal des vergangenen Jahres von 41 Millionen auf 17 Millionen Euro korrigiert. Um gegenzusteuern, hat der Konzern sein Programm "RePower" aufgelegt, das in allen Geschäftsfeldern (Versorgung, Verkehr und Services) bis 2014 rund 30 Millionen Euro erwirtschaften soll. Problem bei den Stadtwerken waren die hohen Brennstoffkosten bei der Energieerzeugung bei gleichzeitig niedrigen Preisen an der Strombörse. Zahlreiche Wettbewerber machen es den Stadtwerken schwer, gerade bei der Stromvermarktung für Industriekunden. "Wir müssen effizienter werden und uns in einem harten Wettbewerb behaupten", sagte Marcus Wittig, Vorstandschef der Stadtwerke.

Das Defizit bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) lag 2012 bei 41,6 Millionen Euro. Das bedeutet eine Verbesserung von knapp einer Million Euro. Die Zahl der Fahrgäste bei Bussen und Bahnen der DVG stieg um 2,2 Prozent von 61,8 Millionen auf 63,1 Millionen. Prognosen zeigten, dass trotz rückläufiger Einwohnerzahlen in Duisburg eine deutliche Nachfragesteigerung zu erwarten sei, sagte DVG-Vorstandsmitglied Klaus-Peter Wandelenus. Um die Nachfrage hoch zu halten, müssen Kriterien wie Sicherheit, Störungsfreiheit und Pünktlichkeit gewährleistet sein. Das geht nicht ohne Investitionen. Allein bei der Tunneltechnik müssen rund 35 Millionen Euro investiert werden, um den Betrieb von Linien wie der U 79 in Duisburg überhaupt aufrecht erhalten zu können. "Sofern sie keine Innovation darstellen, werden diese von Bund und Land nicht finanziell gefördert", so Wandelenus. Die DVG habe sich daher mit anderen Unternehmen zusammengetan, um neue öffentliche Förderungsmöglichkeiten zu erschließen. "Gelingt dies nicht, können wichtige Projekte möglicherweise nicht finanziert werden", so der DVG-Vorstand. Ob die U 79 dann in absehbarer Zeit in Duisburg noch unter der Erde fahren kann, ist fraglich. Die Zusammenarbeit der Verkehrsbetriebe in Duisburg, Mülheim und Essen (Via) soll ein jährliches Einsparpotenzial bis 2020 in Höhe von 13,5 Millionen Euro ergeben. Bisher sparte die DVG dadurch 1,9 Millionen Euro ein.

Die Finanzierung des "RePower"-Konzepts mit rund 30 Millionen Euro Zuwendung der Stadt für ein Altersteilzeit-Programm, das zu einem Arbeitsplatzbau von rund 100 Stellen führen soll, wird sich vor allem mittel- und langfristig auswirken. Ende 2012 hatte der DVV-Konzern mit insgesamt 4729 Beschäftigten sogar 113 mehr als im Vorjahr. Inzwischen sind es noch 4556 Stellen im Konzern. Die meisten entfallen mit 2229 auf den Bereich Services, hauptsächlich auf die DVV-Tochter octeo. Im Versorgungsbereich arbeiteten 1656 Menschen, bei der DVG 840.

Oberbürgermeister Sören Link als Aufsichtsratsvorsitzender des DVV sagte, bis Ende 2014 müssten weitere Maßnahmen zur Kostensenkung und zur Erlössteigerung konsequent umgesetzt werden.

Infos unter dvv.de

(RP)
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