1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen / Leichlingen: Wupperbrücke für den Verkehr freigegeben

Zwischen Solingen und Leichlingen : Neue Wupperbrücke für Verkehr freigegeben

Die wichtige Verbindung zwischen Haasenmühle und Nesselrath wurde fünf Monate später als ursprünglich geplant fertiggestellt. In Kürze wird die Behelfsbrücke wieder abgebaut.

Kurz vor der feierlichen Eröffnung der neuen Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath zogen dunkle Wolken auf. Donner und Blitze kündigten ein heftiges Gewitter an, das auch nicht lange auf sich warten ließ – und die für 14.30 Uhr geplante Freigabe des Bauwerks, das Solingen und Leichlingen verbindet, verzögerte. Das Unwetter konnte der neuen Wupperbrücke nichts anhaben. Die ist zwar nicht für die Ewigkeit gebaut, wohl aber hat sie „bestenfalls 100 Jahre Bestandsdauer“, sagt Projektleiter Detlef Diekel von den Technischen Betrieben Solingen (TBS).

Knapp 15 Minuten nach dem Unwetter lief aber alles nach Fahrplan: Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Irmgard Schürhoff vom Rheinisch-Bergischen Kreis und der Bürgermeister von Leichlingen, Frank Steffes, versammelten sich in der Brückenmitte auf der Fahrbahn und zückten Scheren aus der Klingenstadt, um gemeinsam ein Band in den nordrhein-westfälischen Landesfarben zu durchschneiden – und damit die Brücke ihrer Bestimmung zu übergeben. Schon kurze Zeit später machten davon die ersten Autofahrer Gebrauch.

  • Vom Leichlinger Bahnhof aus geht es
    Fahrplanwechsel der Wupsi : Busse fahren bald öfter nach Leichlingen
  • Daniel Wieneke ist derzeit im Ennepe-Ruhr-Kreis
    Wermelskirchenerals Kämmerer vorgeschlagen : Wieneke soll nach Solingen zurück
  • Weihnachtlich beleuchtete evangelische Kleinkirche St. Heribert
    Lichterglanz in Leichlingen : Kleinkirche leuchtet zum Advent

Wegen erheblicher Baumängel hatte die alte Wupperbrücke 2019 abgerissen werden müssen – 60 Jahre nach ihrer Errichtung. Die Ergebnisse einer Sonderprüfung hatten die Stadt Solingen und den Rheinisch-Bergischen Kreis als Eigentümer 2017 zum sofortigen Handeln gezwungen: Das Bauwerk wurde zunächst komplett gesperrt, später mit einschneidenden Einschränkungen wieder geöffnet. So konnte der Verkehr nur noch über eine Spur fließen. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, etwa Lastwagen und Busse, mussten eine großräumige Umleitung fahren. Die Eigentümer der Brücke verständigten sich darauf, einen Neubau für die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Solingen und Leichlingen auf den Weg zu bringen und für die Übergangszeit eine Behelfsbrücke zu errichten. Eine Sanierung der Brücke hatten Experten ausgeschlossen. Um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu gestalten, wurde vor Weihnachten 2018 die Behelfsbrücke für den Verkehr freigegeben.

 Irmhild Schürhoff, Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes eröffneten die Brücke.
Irmhild Schürhoff, Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes eröffneten die Brücke. Foto: Uwe Vetter

„Wir freuen uns sehr, dass die neue Brücke jetzt freigegeben ist“, sagte Tim Kurzbach. Die gute Kooperation zwischen Solingen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis hob Irmgard Schürhoff hervor, die in Vertretung von Landrat Stephan Santelmann gekommen war. Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes betonte die Wichtigkeit der Verbindungsstraße.

Hochwasser und komplizierte Umplanungen – in alten Widerlagern wurden alte Spundwände entdeckt – verzögerten den ursprünglichen Zeitplan. Ende des vergangenen Jahres sollte die neue Wupperbrücke eigentlich schon fertig sein. Das gelang nicht. Das führte auch zu Mehrkosten: Statt zunächst kalkulierter rund 5,8 Millionen Euro kostet die Spannbetonbrücke nun rund 6,3 Millionen Euro.

 Die ersten Autos rollten bereits kurz nach der offiziellen Freigabe über das neue Bauwerk.
Die ersten Autos rollten bereits kurz nach der offiziellen Freigabe über das neue Bauwerk. Foto: Uwe Vetter

Komplett fertig ist die 58 Meter lange und 14,5 Meter breite neue Brücke noch nicht. Restarbeiten wie das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen sind noch erforderlich. Danach folgt der Abbau der Behelfsbrücke. Zum Schluss muss das Umfeld renaturiert werden, zumal sich das Brückenbauwerk in einem Flora-Fauna-Habitat -Gelände befindet. Bis Ende dieses Jahres soll alles erledidigt sein.