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Duisburg: „Die Acht“ als menschliche Pyramide

Kunst im öffentlichen Raum in Duisburg : „Die Acht“ als menschliche Pyramide

Sie verleitet uns anfangs oft zu erstaunten Fragen, mit der Zeit neigt sie zur Unauffälligkeit und scheint unserer Aufmerksamkeit zu entschwinden, weil ihr Anblick zur Normalität wird: Die „Kunst im öffentlichen Raum“.

Für jemanden, der nach eigenen Worten „zu große Monumentalität“ eigentlich vermeiden will, stellt die Holzskulptur „Die Acht“ wohl die Ausnahme dar, die die Regel bestätigt. Roger Löcherbach schuf die etwa vier Meter hohe Skulptur aus einem Silberahorn-Stamm. Unter der Berliner Brücke fristet sie allerdings wie weitere Werke (von Chinmayo) ein eher trauriges Dasein, meist eingeparkt von diversen Fahrzeugen.

Mit Hilfe einer Kettensäge befreit der Künstler seine Figuren aus den Baumstämmen. In diesem Fall stehen gleich acht übereinander, so mächtig war der Baum gewachsen. Sie erinnern an die Castells, jene menschlichen Pyramiden, die in Katalonien oft feste Bestandteile von Volksfesten sind.

Roger Löcherbach wurde 1963 in Kirchen (Westerwald) geboren. Von 1984 bis 1992 studierte er Kunst und Latein an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und an der Kunstakademie Münster. Von 1993 bis 1997 arbeitete er als Lehrer in Duisburg und Düsseldorf. Ein Jahr später wurde er freischaffender Künstler. Es folgten Ausstellungen in Deutschland, Spanien und der Schweiz.

Thema seiner Skulpturen, die immer aus einem Stamm gehauen sind, ist der Mensch. Haltung und Gestik geben die vorgefundenen Stammformen vor. Er selbst schreibt über den künstlerischen Prozess: „Jede Figur erhält durch die Bearbeitung eine Aura. Wenn ich diese Wirkung spüre, ist die Bearbeitung abgeschlossen und ich kann sie dem Raum anvertrauen.“ Während „Die Acht“ keine farblichen Akzente hat, setzt er Bemalung bei vielen anderen seiner Skulpturen ein.

Standort der Skulptur ist unter der Berliner Brücke an der A 59 in Meiderich in Höhe des Rosengartens im Meidericher Stadtpark in der Zufahrt zum Hof der Wirtschaftsbetriebe.

Weitere Informationen im Internet unter www.rogerloecherbach.de