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Duisburg: Volksbank Rhein-Ruhr zieht trotz Corona positive Bilanz für 2020

Jahresbilanz 2020 : Volksbank Rhein-Ruhr zeigt sich trotz Krise zufrieden

Die Bank hat trotz Corona ihre Bilanzsumme 2020 gesteigert, musste jedoch die geltenden Negativzinsen auch auf Kunden umlegen. Vorstandssprecher Thomas Diederichs hofft auf baldige Nachholeffekte.

Auch eine Bilanzpressekonferenz kommt in diesem Jahr nicht ohne einen Hinweis auf die großen Krisen der Welt aus. So holte auch Thomas Diederichs, Sprecher des Vorstands der Volksbank Rhein-Ruhr, weit aus, bevor er die aktuellen Zahlen des Kreditinstitutes vorstellte. Brexit, Präsidentschaftswahl in den USA, Corona-Krise – nichts ließ Diederichs aus. Seine Botschaft: 2020 hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt, der Volksbank Rhein-Ruhr geht es trotzdem weiterhin gut.

So ist die Bilanzsumme der Bank im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro gestiegen. „Für die Volksbank Rhein-Ruhr war es kein schlechtes Jahr“, sagte Diederichs. Auch die Kundenkredite haben 2020 um rund zehn Prozent zugenommen. „Dieses Wachstum im schwierigen Jahr der Pandemie bestätigt, dass wir das Vertrauen unserer Firmen- und Gewerbekunden haben“, so Diederichs. Das Betriebsergebnis ist jedoch mit 12,2 Millionen Euro niedriger ausgefallen und lag laut Diederichs auch nach Bewertung leicht unter dem Vorjahreswert.

Denn natürlich läuft auch für das Bankgeschäft in der Corona-Krise nicht alles ideal. Die Konjunktur leidet nach wie vor darunter, dass die Menschen in Krisenzeiten weniger Geld ausgeben – was wiederum der Gesamtwirtschaft schadet. So bleibt die Hoffnung auf das Danach. Diederichs hofft, dass sich 2021 die Krisenfolgen relativieren. „Das wird der Wirtschaft einen Schub geben“, sagte er. Er gehe von Nachholeffekten aus. Ein daraus folgender Anstieg der Inflation werde sich hingegen 2022 wohl wieder relativieren.

Ein weiteres Problem für die Banken bleibt die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Lange Zeit habe die Volksbank Rhein-Ruhr laut Diederichs noch durchgehalten, ohne die Negativzinsen auf ihre Kunden umzulegen. Seit dem 4. Quartal 2020 habe sich das jedoch geändert. Allerdings nur für 150 Kunden, nämlich für all diejenigen die den entsprechenden Freibetrag von 250.000 Euro überschreiten. Bei Neukunden liege die Grenze bei 100.000 Euro.

Nicht von Erfolg gekrönt war zudem die angestrebte Fusion mit der Volksbank Ruhr Mitte. Das sei eine „traurige Entwicklung“, konstatierte Diederichs. Die Fusion sei naheliegend gewesen, um die Kräfte weiter zu bündeln. Zu den Gründen des Scheiterns sagte er, dass sich nicht alle Gruppen innerhalb der Banken „völlig mitgenommen gefühlt“ hätten. Er sei aber sicher, dass ein neuer Anlauf folgen werde. „Das Tischtuch ist nicht zerschnitten“, sagte er. Es sei nur die „Stopp-Taste“ gedrückt worden. Im nächsten und übernächsten Jahr sei jedoch noch kein neuer Anlauf zu erwarten.

Intern habe ansonsten die Corona-Krise die Arbeit der Volksbank im vergangenen Jahr bestimmt, so Thomas Diederichs. Rund die Hälfte der Mitarbeiter sei ins Homeoffice gewechselt, damit vor Ort die Schutzmaßnahmen besser eingehalten werden können. Und auch die Kunden hätten sich zunehmend an Chats, Video- und telefonische Beratung gewöhnt. Zudem sei deutlich weniger Bargeld abgehoben worden als in den Vorjahren. Das liege auch daran, dass die Nachfrage im Online-Handel Pandemie-bedingt gestiegen sei. „Covid-19 war hier ein Beschleuniger“, sagte Diederichs. Dennoch sollen die 16 Standorte der Volksbank im Verbreitungsgebiet erhalten bleiben.

Auch für das laufende Jahr geht Diederichs davon aus, dass die Digitalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen der Arbeitswelt bedeutsam bleiben – gerade in Zeiten der Pandemie. Zudem will die Volksbank 2021 ihr Engagement im Immobiliengeschäft weiter ausbauen. Und dann gibt es da noch ein weiteres Zukunftsthema, das Diederichs ausgemacht hat: Nachhaltigkeit. Diese werde für alle Menschen immer wichtiger. „Und das ist gut und richtig so“, sagte er. Die Volksbank habe hier bereits Schwerpunkte auf Vorstandsebene gesetzt. „Wenn dadurch die Welt besser wird, dann ist das ganz okay. Denn wir haben ja nur diese eine.“