Deutsche Bahn lässt Müll im Reisholzer Bahnhof liegen

Reisholz : Müll bleibt im Reisholzer Bahnhof liegen

Insgesamt macht die Station einen sehr heruntergekommenen Eindruck. In einem Grünstreifen entlang der IC-Trasse wird der Müll aus Sicherheitsgründen nicht entfernt. Bis für den RRX eine neue Station gebaut wird, dauert es Jahre.

Leere Trinkpackungen und Flaschen, Zigarettenstummel, gebrauchte Taschentücher und was Menschen sonst noch so wegwerfen – all das findet sich auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Reisholz großzügig verteilt. Das meiste allerdings hinter einem blauen Eisenzaun. „Die Treppe wird zwar gereinigt, hinter dem blauen Zaun aber nicht. Das sieht hier immer so aus“, sagt eine Reisholzerin, die täglich mit der S-Bahn fährt. Der Müll ist auch einer Monheimerin aufgefallen, die oft auf dem Streckenabschnitt unterwegs ist. „Die Deutsche Bahn hat zwar eine App, bei der man Müll am Hauptbahnhof melden kann, aber die S-Bahnhöfe sehen schrecklich aus.“ Sie hatte den Müll in Reisholz bereits im Sommer gemeldet und bekam die Rückmeldung, ihre Angaben würden weitergeleitet. „Aber nichts passierte“, sagt die Monheimerin.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt ein Sprecher der Bahn den Grund für die fehlende Reinigung: „Das ist ein sicherheitsrelevanter Bereich, der nicht betreten werden darf, weil dahinter der IC-Verkehr fährt.“ Der Abschnitt hinter dem blauen Zaun könne deshalb nur nach Bedarf gereinigt werden. Dazu sei Sicherheitspersonal nötig. Außerdem müssten die Fahrpläne berücksichtigt werden. Möglicherweise habe eine Reinigungsaktion dann auch Auswirkungen auf Reisende. „Wir haben den Hinweis der Leserin aufgenommen und an das zuständige Bahnhofsmanagement weitergeleitet“, erklärt der Bahnsprecher.

Der Bereich hinter dem blauen Zaun darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Eine Reinigung ist nicht vorgesehen. Deshalb sammelt sich dort der Müll. Foto: Sonja Schmitz

Ansonsten werde die Station fünf Mal in der Woche gereinigt. Beim VRR-Stationsbericht 2017 hatte Reisholz mit insgesamt mittelmäßigen Noten abgeschlossen. Als unakzeptabel wurden dort allerdings die Graffiti beurteilt. In puncto Sauberkeit hatte die Station damals sogar gut abgeschnitten. Die Ergebnisse des neuen VRR-Stationsberichts werden Anfang des kommenden Jahres vorgestellt.

Einen ungepflegten Eindruck macht auch die Unterführung des Bahnhofs: Graffiti, Vogelkot und die Wand verliert Kacheln. Foto: Sonja Schmitz

Nicht nur wegen des liegen gelassenen Mülls macht die Reisholzer Station einen stark heruntergekommenen Eindruck. Im Eingangsbereich bröckelt der Putz von den Wänden . Der Treppenaufgang zum Bahnsteig, der noch nass ist von der morgendlichen Reinigung, strahlt einen latenten Uringeruch aus. Der Bahn sei bekannt, dass es dort auch Probleme mit Exkrementen gebe, erklärt der Sprecher. Dies sei ein gesellschaftliches Problem.

Für den Betrieb des Schnellzugs RRX auf der Strecke wird die S-Bahn-Station Reisholz komplett neu gebaut. Das ist aber noch einige Jahre hin. Einen Zeitplan dafür gibt es bislang noch nicht. „Es ist ein Unding, öffentliche Bauten und Flächen so verkommen zu lassen“, findet Dirk Angerhausen (CDU). „Jetzt einfach nur abzuwarten, bis der Umbau kommt, das geht gar nicht.“ Schließlich gelte immer noch der Satz: Eigentum verpflichtet. Er möchte demnächst bei der Stadt die Verantwortlichkeiten klären lassen. Zumindest für die Pflege müsse Sorge getragen werden.

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