Reisholz : Ein Quatschkopp gibt den Zeus

Ilias Vragoteris führt in der kommenden Session die Karnevalsgesellschaft Reisholzer Quatschköpp an. Seit rund 20 Jahren geht er schon mit seinen Kegelfreunden im Veedelszug durch Hassels und Reisholz mit.

Wie gut, dass Ilias Vragoteris kein schmächtiges Kerlchen ist. Denn die Rolle des griechischen Gottvaters Zeus hätte dem 41-Jährigen mit solch einer Statur wohl niemand abgekauft – selbst nicht im Karneval. Aber so hat niemand Bedenken, wenn „Ili“, wie ihn alle nennen, ab dem Beginn der närrischen Session am 11. November häufig in dieser Rolle unterwegs sein wird.

Denn er ist der neue Quatschkopp der Karnevalsgesellschaft Reisholzer Quatschköpp. Als deren wichtigster Repräsentant hat Vragoteris nun bis Veilchendienstag jede Menge Termine. Und passend zu seinen griechischen Vorfahren hat er sich dazu entschlossen, den Zeus zu geben. An seiner Seite wird Ehefrau Martina stehen sowie die Mitglieder des Kegelclubs „die Namenlosen.“

Seit einem Jahr ist Vragoteris auch richtiges Mitglied in der Karnevalsgesellschaft. Bislang bestand sein karnevalistisches Engagement der vergangenen 20 Jahren darin, mit einem rund 45 Leute starkem Trüppchen aus dem Kegelclub „die Namenlosen“ samt Anhang beim Veedelszug am Karnevalssonntag durch Hassels und Reisholz mitzulaufen. Richtiges Mitglied ist er also just zu der Zeit geworden, als die Zukunft des Vereins auf dem Spiel stand. „Ilias Vragoteris ist einer von denen, die sich damals bei der Versammlung sofort bereit erklärt hatten, zu helfen“, sagt Dirk Angerhausen, Quatschkopp der Session 2016/2017, der mit weiteren Mitstreitern den Karnevalsclub nach dem Rückzug einiger älterer Mitglieder nicht so einfach hatte sterben sehen wollen.

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Anders als in den Vorjahren ist Ilias Vragoteris selbst auf den Elferrat zugekommen und hat sich als neuer Quatschkopp ins Gespräch gebracht. Ein Mann, ein Wort und der jecke Job ohne Bezahlung gehörte ihm. Am Mottowagen, der beim Veedelszug am Karnevalssonntag mitzieht, wird schon eifrig gewerkelt. Auch wenn das Karnevalswochenende im nächsten Jahr erst Anfang März ist. Auch beim Wagenbau helfen ihm die „namenlosen“ Kumpels. Die gründeten sich einst aus einer Truppe, die beim SFD Fußball spielte. Ihr Torhüter: Ilias Vragoteris. Der heute 41-Jährige spielte zunächst bei BV 04 Hassels und wechselte dann nach Niederheid, wo er 15 Jahre zwischen den Pfosten stand.

Närrischen Einstand in sein jeckes Ehrenamt hat er zur Sessionseröffnung am 17. November im Bürgerhaus Reisholz. An dem Abend hat Sohn Maximilian, dreieinhalb, nichts auf der Bühne zu suchen. Doch beim Veedelszug – dann ist er der Junge schon vier – soll er auf dem Mottowagen mitfahren. Die nächste Generation Quatschköppe steht also schon in den Startlöchern. Nach dem Schnitt 2017 hat sich der Verein erheblich verjüngt. Angerhausen: „Die aktiven Helfer sind zwischen 30 und 60 Jahre alt.“

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