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Hütten für Obdachlose am Gerresheimer Bahnhof in Düsseldorf

Armut in Düsseldorf : Hütten für Obdachlose am Gerresheimer Bahnhof

Das Projekt Little Homes ist in Köln erfolgreich. Der Stadt würden keine Kosten entstehen.

Erstmals soll es in Gerresheim Hütten für Obdachlose geben. Das Little Homes genannte Projekt soll neben den Fahrrad­ständern am Gerresheimer S-Bahnhof realisiert werden. Die FDP hatte in der Bezirksvertretung 7 beantragt, dass die Verwaltung prüfen soll, ob der Bereich für vier geschützte kleine Hütten freigegeben werden kann. Der Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Hintergrund: Die Zahl der Wohnungslosen steigt in Düsseldorf, aktuell geht die Stadt von 19.000 Betroffenen aus. „Viele haben das Glück, bei Verwandten oder bei Freunden eine Bleibe zu finden, dennoch gibt es eine beträchtliche Zahl an Menschen, die darauf angewiesen ist, auf der Straße zu schlafen. Gerade jetzt im Winter gibt es auch immer wieder Tragödien von verstorbenen Obdachlosen“, begründet der Liberale Julian Deterding den Vorstoß seiner Partei. Die Notschlafplätze seien zum Teil überlastet oder werden von bestimmten Gruppen nicht angenommen.

Der Verein Little Homes, der sich nur über Spenden finanziert, habe in Köln dutzenden Obdachlosen durch seine kleinen Häuschen die Möglichkeit gegeben, zumindest einen geeigneten Schutz gegen Kälte, Regen und Wind zu haben und damit auch eine Überlebensgarantie, ergänzt Sönke Willms-Heyng. Ein großer Vorteil sei, dass die Hütten weder ans Stromnetz angeschlossen werden müssen noch Bauland notwendig ist. „Ein Einfaches Bereitstellen von öffentlichem Grund reicht aus“, so der FDP-Fraktionssprecher. Wichtig zum Gelingen des Projekts sei es, dass die möglichen Bereiche über eine hohe soziale Kontrolle verfügen, damit Obdachlose nicht zu Opfern von Gewalt werden. „Das ist am Standort Gerresheim S-Bahnhof gegeben, wo zahlreiche Fahrgäste bis tief in die Nacht ein- und aussteigen und damit für einen regen Publikumsverkehr sorgen“, sagt Deterding. Da die Hütten durch den privaten Verein betrieben werden, würden auch der Stadt keine zusätzlichen Kosten entstehen. Kölner Initiativen hätten zudem die Erfahrung gemacht, dass die Obdachlosen die Little Homes annehmen, diese auch als ihr zu Hause begreifen und – wie auch die nähere Umgebung – entsprechend pflegen.