Politik will keine Verzögerung bei Glasmacherviertel in Gerresheim

Grundstücksspekulation in Düsseldorf : Politik will keine Verzögerung bei neuem Viertel in Gerresheim

Der neuerliche Millionen-Deal um das Glasmacherviertel treibt die Politik um. Die CDU würde am liebsten die Pläne auf den Stand von 2008 zurückdrehen.

(ujr) Die Stadt wird nicht auf die Bremse treten, um der Immobilienspekulation in Gerresheim Einhalt zu gebieten. Dies hatte am Mittwoch die CDU im Planungsausschuss vorgeschlagen, kam damit aber wie schon im Wohnungsausschuss nicht durch. Hintergrund: Auf dem ehemaligen Glashüttengelände wurde noch keine neue Wohnung errichtet, aber das Areal wird immer teurer. So wurde das rund 200.000 Quadratmeter große Gelände im vorigen Jahr vom Unternehmen Patrizia an Brack Capital verkauft – der Preis soll bei 130 bis 140 Millionen Euro gelegen haben. Jetzt wurden 75 Prozent dieser Gesellschaft für sagenhafte 375 Millionen Euro verkauft, nicht das Grundstück selbst. Vorteil für den Käufer: Bei diesem „Share-Deal“ spart er sich die Grund­erwerbssteuer, dem Land NRW gehen also mehr als 20 Millionen Euro durch die Lappen. Nur ein anderes Bundesgesetz hätte dies verhindern können.

Seit dem Werkstattverfahren 2008 wurde die Zahl möglicher Wohn­einheiten im Glasmacherviertel von rund 600 auf bis zu 1700 erhöht. Das öffentliche Grün wird dafür nicht reduziert, allerdings wird stärker verdichtet, die Zahl der Einfamilienhäuser sinkt von 220 auf 40. Der Vorschlag der CDU, nun den Spekulanten ein Schnippchen zu schlagen und die Pläne auf dass Niveau von 2008 zu reduzieren, wurde nach einer teils hitzigen Debatte jedoch von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Die Mehrheit möchte keine weiteren Verzögerung, sondern möglichst schnell den Bau des Glasmacherviertels. Dieses sei in Gerresheim erwünscht, hieß es mehrfach.