Fotoausstellung im Ferdinand-Heye-Haus in Düsseldorf Gerresheim von Barbara Schmitz

Geschichte in Düsseldorf : Fotos lassen die Geschichte Gerresheims lebendig werden

Die Bilder sollen die Arbeit mit Demenzkranken unterstützen.Für die Anschaffung sucht die Diakonie noch Sponsoren.

Mit so viel Arbeit über eineinhalb Jahre hatte Barbara Schmitz nicht gerechnet. „Ich habe fast jedes Wochenende am Computer gesessen, recherchiert, getextet und Fotos gemacht und zusammengestellt“, sagt die Grafik-Designerin. Ob sich die große Mühe gelohnt hat, kann jedermann im Ferdinand-Heye-Haus am Apostelplatz 1 selbst beurteilen. Denn in dem Pflegeheim der Diakonie sind noch bis zum 20. Januar rund 50 der historisch lehrreichen Gerresheimer „Glanz-Bilder“ öffentlich ausgestellt. Das Merkmal der Arbeiten: Die Künstlerin verknüpft ihre Bilder stets mit markanten Text-Zitaten.

Einst hatte Schmitz ihre Fotos zu Düsseldorf im Landtag ausgestellt, wo ein Diakonie-Mitarbeiter auf die Designerin aufmerksam wurde. „Er fragte, ob ich ein neues Diakonie-Haus in Gerresheim ausstatten wollte“, sagt Schmitz. „Da ich Gerresheim eh toll finde, habe ich das zum Anlass genommen, mich intensiv mit dem Stadtteil zu beschäftigen.“

Dafür entwickelte sie auch gemeinsam mit der Diakonie das Konzept der „Bildpatenschaften“. Nicht die Diakonie bezahlt die Bilder und damit auch Schmitz‘ Arbeit – sondern das übernehmen Menschen, denen die Werke gefallen und die sie dann dem Pflegeheim stiften. „Das passt zu Gerresheim“, findet Schmitz: „Dieser Stadtteil ist ja auch durch eine Stiftung entstanden. Graf Gerricus gründete im Jahr 870 das Frauenstift St. Hippolyt.“ Das Ferdinand-Heye-Haus möchte die Fotokompositionen für die Biographiearbeit mit dementen Patienten einsetzen.

Schmitz eigene kunst-historische Aufarbeitung orientiert sich an der geschichtlichen Entwicklung Gerresheims. Sie zeichnet anhand ihrer Fotografien von noch existierenden Orten, Gebäuden, Gebäudeteilen und vielen Gegenständen die wichtigen Daten von der Gründung bis heute nach. So gibt es etwa informative Bildtafeln zum Gerricusplatz, Truchsessischem Krieg, zur ersten Eisenbahn Westdeutschlands und zur Industriegeschichte um Ziegeleien, Drahtstifte- und Glasfabriken.

Wer Interesse hat, dem Ferdinand-Heye-Haus für die Erinnerungsarbeit eines der Fotoarrangements zu stiften, kann sich an die Leiterin Andrea Köhler unter Telefon 0211 27405500 wenden.