Flingern : Tag der Vielfalt im Zeichen der Revolution

Im Zakk wurde das Stück „Das lebendige Denkmal. Novemberrevolution in Düsseldorf“ aufgeführt.

Die Schauspieler auf der Bühne im Zakk gaben sich kämpferisch. „Nieder mit der Monarchie! Hoch die Republik“, riefen sie laut. Sie demonstrierten dem faszinierten Publikum, wie und warum sich die Arbeiter in Düsseldorf und Deutschland in der Endphase des 1. Weltkrieges gegen die Herrschenden wandten und die Monarchie stürzten. Das Stück „Das lebendige Denkmal. Novemberrevolution in Düsseldorf“ war Teil des Programms, das das Zakk und das Multikulturelle Forum an ihrem „Tag der Vielfalt“ auf die Bühne brachten.

„Das Besondere am Tag der Vielfalt ist, dass es immer ein Thema gibt“, so Zeynep Kartal vom Multikulturellen Forum. In diesem Jahr ist es, anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution von 1918, das Thema der Revolution. Ein Thema, das in vielen Ländern wie Syrien, Tunesien oder der Ukraine immer noch aktuell ist. „Die Revolution ist unter uns, auch wenn sie weit weg ist“, proklamierten die Schauspieler. „Viele, die hier sind, haben das selbst erlebt“, so Miltiadis Oulios, der künstlerische Leiter des Theaterstückes. Deutlich wurde das am Tunesischen Zaytouna-Verein, der bei der Veranstaltung über die Aufstände in seinem Heimatland berichtete.

Nicht alles wurde in so ernster Form auf die Bühne gebracht. Tanz und musikalische Darbietungen sorgten dafür, dass die Veranstaltung locker blieb. Künstler der unterschiedlichsten Kulturen traten zusammen auf und zeigten, wie leicht das Miteinander sein kann. So fusionierten spanische Canziones mit kurdischem Singer-Songwriting. Ex-Jugo-Rock vereinte sich mit Italo-Pop. „Viele der Künstler treten normalerweise nur vor den eigenen Leuten auf. Hier haben sie die Möglichkeit, sich auf einer großen Bühne vor allen zu präsentieren“, so Oulios.

Antonía Annoussi besucht schon seit mehreren Jahren den Tag der Vielfalt im Zakk. „Hier kann man jedes Jahr immer wieder etwas Neues entdecken. Ich bin gespannt darauf, wie es weitergeht und welche neuen Konstellationen es gibt“, erzählte die gebürtige Griechin. Sie habe selber einen Migrationshintergrund, daher sei es ausgesprochen interessant, zu sehen, was sich in Düsseldorf alles vernetzt und auf der Bühne vereint.

Gute Nachrichten hatte Miriam Koch, Leiterin des Amtes für Migration und Integration, für die Veranstalter, die jedes Jahr von neuem mit der Finanzierung der kostenlosen Veranstaltung zu kämpfen haben. Sie stellte in Aussicht, den Tag für die nächsten zwei Jahre finanziell zu unterstützen.