Am Straßenrand in Düsseldorf-Flingern Das Gammelauto von der Hermannstraße

Düsseldorf · Seit mindestens neun Monaten steht in Düsseldorf-Flingern ein Golf am Straßenrand, der zunehmend verwahrlost wirkt. Warum die Stadt bis jetzt dennoch nicht eingegriffen hat.

Auf der Hermannstraße gammelt seit neun Monaten ein Auto vor sich hin. Auf dem Scheibenwischer sieht es so aus, als ob jemand Kresse gesät hätte.  Foto: S. Genath

Auf der Hermannstraße gammelt seit neun Monaten ein Auto vor sich hin. Auf dem Scheibenwischer sieht es so aus, als ob jemand Kresse gesät hätte. Foto: S. Genath

Foto: RP/Susanne Genath

Es gibt ja manchmal so Autos im Stadtgebiet, die gammeln fröhlich von sich hin, und keiner kümmert sich darum. Ein solches hat jetzt eine Anwohnerin der Hermannstraße in Flingern entdeckt. Genau genommen ist es ihr schon öfters mal aufgefallen, denn auch wenn der silberne Golf von Weitem noch einen halbwegs anständigen Eindruck macht, erkennt man bei näherem Hinsehen, dass hier schon lange kein Mensch mehr hinter dem Steuer gesessen haben kann.

„Die Polster und das Lenkrad sind verschimmelt. Es sieht so aus, als ob jemand Kresse auf den Scheibenwischern gesät hätte. Seit neun Monaten steht der Wagen schon unberührt da, hat eine Nachbarin erzählt“, berichtet die Anwohnerin.

 Sitze und Lenkrad sind verschimmelt.

Sitze und Lenkrad sind verschimmelt.

Foto: RP/Susanne Genath

Das optisch auffällige Fahrzeug sei der Stadt durchaus bekannt, erklärt ein Stadtsprecher, „es verfügte jedoch sowohl über eine gültige Zulassung als auch einen Bewohnerparkausweis. Der Ausweis war bis zum 4. April gültig. Da das Fahrzeug nun mit abgelaufenem Anwohnerparkausweis im Anwohnergebiet angetroffen wurde, erfolgte eine entsprechende Ahndung.“

Gemäß Straßenverkehrsordnung schreite die Verkehrsüberwachung dann ein, wenn der Tüv mehr als zwei Monate abgelaufen ist. Sofern der Anwohnerparkausweis abgelaufen sei und das Fahrzeug in einem bewirtschafteten Bereich parke, wird der Verstoß bei Feststellung entsprechend geahndet.

„In diesem spezifischen Fall in Flingern wäre eine Abschleppmaßnahme aufgrund vorliegender Zulassung und des Bewohnerparkausweises aber nicht verhältnismäßig gewesen, da es sich nicht um ein Fahrzeug nach der Definition Schrottauto handelte“, so der Sprecher.

199 Fahrzeuge dieser Art seien im Vorjahr in Düsseldorf abgeschleppt worden – sowohl nach Hinweisen von Anwohnern als auch im Zuge von Kontrollgängen durch Kräfte des Ordnungsamtes. Neben den ortsüblichen Abschleppgebühren würden dann auch Verwaltungsgebühren sowie Standkosten (pro Tag) anfallen, erklärt der Sprecher. „Nach Ablauf einer Frist werden diese Fahrzeuge verwertet – mögliche anfallende Kosten hierfür trägt ebenfalls der Halter.“

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