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Die „Poesiepause“ erhält den Leseförder-Preis des Düsseldorfer Buchhandels

Literatur in der Landeshauptstadt : Die „Poesiepause“ erhält den Leseförderpreis des Buchhandels

Mit Dichtung wird inzwischen an verschiedenen Schulen der Unterricht gestört: sehr bewusst und in Diensten der Literatur. „Poesie ist die beste Medizin gegen Langeweile, gegen Denkfaulheit und auch gegen Weihnachten ohne Großeltern und Neujahr ohne Böllern“, so Jürgen Kron, Vorsitzender des Bücherbummels.

(RP) In einer kurzen und pandemiegerechten Zeremonie wurde der Leseförderpreis des Düsseldorfer Buchhandels vom Vorsitzenden des Bucherbummels auf der Kö, Jürgen Kron vom Droste-Verlag, an Thomas Bauerle, Konrektor der Werner-von-Siemens-Realschule, sowie Ellen Mülders vom Zakk übergeben.

 Jährlich verleiht der Trägerverein des Bücherbummels den Preis an eine Düsseldorfer Institution, die sich um das Lesen, die Literatur und das Buch bei Kindern und Jugendlichen bemüht. 2020 gehen die Urkunde und 1000 Euro an die Initiative der „Poesiepause“ mit dem Projektpartner Werner-von-Siemens-Realschule.

Eine „Poesiepause“ soll den regulären Unterricht stören – bewusst verursacht und organisiert mit der Schule. Bauerle: „Wir möchten der naturwissenschaftlichen Ausrichtung unserer Schule einen Kontrapunkt entgegenstellen und forcieren die Kooperation mit den Kulturanbietern in der Stadt. Wir fördern vor allem im Fach Deutsch die Auseinandersetzung mit Literatur beziehungsweise mit Sprache als Kunst. Die Jugendlichen sollen den kreativen Umgang mit Sprache erleben und einüben.“

Dieses Jahr mussten Bücherbummel und Preisübergabe auf der Kö ausfallen. Jetzt wurden Urkunde und Preisgeld in einem kleinen Festakt auf dem Schulhof an die Schüler und Initiatoren überreichen. Mit dabei Jürgen Kron und Dorothea Düsedau vom Bücherbummel auf der Kö. Jürgen Kron stellte besonders den Wert von Poesie in den Mittelpunkt: „Poesie ist die beste Medizin gegen Langeweile, gegen Denkfaulheit und auch gegen Weihnachten ohne Großeltern und Neujahr ohne Böllern. Daher unterstützt der Bücherbummel auf der Kö auch sehr gerne die Poesiepause. Zehn Minuten Poesie – das ist wie eine Impfung fürs Gehirn und wir hoffen, dass es wirkt und viele zum Weiterlesen und Bücher entdecken verführt.“

 Poesiepausen gibt es an einigen Schulen in Düsseldorf. Veranstaltet werden sie vom Kulturzentrum Zakk, das sich auch die Sprachförderung auf die Fahnen geschrieben hat. Ellen Mülders, die „Pausenbeauftrage“ des Zakk: „Die Jugendlichen lernen ein breites Spektrum an Wortkunst kennen. Durch die kleine Störung des Unterrichts bekommen sie facettenreiche Eindrücke von Kultur.“ Die Teilnahme der Werner-von-Siemens-Realschule an der Poesiepause geht auf eine Initiative von Sabine Köster zurück, die an der Schule als Fachschaftsvorsitzende das Fach Deutsch vertritt. Mit dem Preisgeld wird die Schule das Literaturangebot ausbauen. Die Schüler werden Düsseldorfer Kulturinstitute besuchen, und die schuleigene Bibliothek wird durch Werke zeitgenössischer Autoren ergänzt.

Info Bei der Poesiepause besuchen Schauspieler, Poeten, Rapper und Lyriker den Unterricht und stellen in gut zehn Minuten literarische Texte vor.