DHC Rheinland : DHC droht Zwangsabstieg

Während in Dormagen eifrig Geld für den Erhalt des Bundesliga-Handballs gesammelt wird, will die HBL den Lizenzantrag des DHC Rheinland für die Erste Liga nicht anerkennen. Im Falle des Abstiegs droht ein Punktabzug.

In Dormagen sammeln sie eifrig Geld, damit es bis zum Saisonende und darüber hinaus weitergeht beim DHC Rheinland. Mehr als 70.000 Euro sind durch Fans und Sponsoren inzwischen zusammen gekommen. Selbst Bürgermeister Peter Olaf Hoffmann hat gespendet und will sich für weitere finanzielle Unterstützung stark machen.

In Dortmund, am Sitz der Geschäftsstelle der Handball-Bundesliga (HBL), scheinen sie das Projekt Bundesliga-Handball in Dormagen hingegen bereits abgehakt zu haben. Laut Internet-Portal "handball-world" steht der DHC unabhängig vom weiteren Verlauf der Saison als Zwangsabsteiger fest.

Falls der Klub überhaupt eine Lizenz für die Zweite Liga erhält, droht ihm in der neuen Saison eine schwere Hypothek: "Wenn sie die Lizenz für die Zweite Liga bekommen, dann ist es so, dass sie einen Punktabzug von acht Pluspunkten bekommen", wird Rolf Nottmeier zitiert. Der Vorsitzende Richter am Amtsgericht Minden, eines von drei Mitgliedern der Lizenzierungskommission der HBL hatte sich auf Befragen von "handball-world" auch zum Thema Zwangsabstieg geäußert und dabei erklärt: "Der derzeit maßgebliche Antrag für die Erste Liga wird zurückgewiesen."

Grund sei der Wortlaut des Insolvenzantrags, den DHC-Geschäftsführer Heinz Lieven am 8. Februar beim Amtsgericht Düsseldorf eingereicht hatte. In dem, so Nottmeier, sei von "Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung" die Rede: "Das erfüllt nach den Lizenzierungsrichtlinien die Voraussetzung, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeben ist". Lediglich bei "drohender Zahlungsunfähigkeit" wäre ein Zwangsabstieg zu vermeiden gewesen. Deshalb "können wir für die Erste Liga nur entscheiden, dass damit der Antrag abgewiesen wird. Der Beschluss ist gefertigt und geht dem DHC Rheinland in den nächsten Tagen zu. Der Insolvenzverwalter ist von mir informiert worden", wird Nottmeier zitiert.

Der möchte den Sachverhalt nicht weiter kommentieren: "Uns liegt noch keine Entscheidung der HBL vor", erklärte Thomas Feldmann, Pressesprecher der mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragten Kanzlei Andres & Schneider auf Befragen der NGZ, "wenn sie vorliegt, werden wir sie in aller Ruhe prüfen." Feldmann betont, dass nach wie vor "der wirtschaftliche Erhalt des DHC Rheinland" das Ziel sei. Insolvenzverwalter Dirk Andres hatte vor anderthalb Wochen vor 40 Sponsoren des DHC erklärt, dass die Planungen auf die Zweite Liga abzielten.

Beim DHC verweist man auf die Stellungnahme des Insolvenzverwalters: "Mehr wollen und dürfen wir dazu nicht sagen", so Pressesprecher Detlev Zenk. Nur so viel: Man sei "irritiert, wie die HBL mit dem Thema in der Öffentlichkeit" umgehe: "Wir arbeiten seriös daran, dass es weitergeht. Da erwarten wir, dass andere genauso seriös mit uns umgehen."

(NGZ)