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DHC Rheinland: Bittenfeld vergeht Hören und Sehen

DHC Rheinland : Bittenfeld vergeht Hören und Sehen

Der Dormagener HC Rheinland hat auch das zweite Spiel in der eingleisigen Zweiten Bundesliga für sich entschieden: 1504 Zuschauer sahen gestern Abend bei der Heimpremiere einen 32:24-Sieg über den zuvor hoch gehandelten TV Bittenfeld, der vor der Pause regelrecht unterging

Wenn die Vorzeichen nicht täuschen, ist der DHC Rheinland auf gutem Weg, eine Macht zu werden in der eingleisigen Zweiten Handball-Bundesliga. Eine Woche nach dem überraschenden 31:24-Auftaktsieg beim hoch gehandelten ASV Hamm entzauberten die Dormagener gestern Abend bei ihrer Heimpremiere vor 1504 Zuschauern den nicht minder hoch gehandelten TV Bittenfeld nach (fast) allen Regeln der Handballkunst. Mit ein bisschen mehr Konzentration in der Schlussphase, als die Hausherren ihren ohnehin begeisterten Fans noch ein paar Zaubertore bieten wollten, hätte der Sieg sogar noch höher ausfallen können als 32:24 (Halbzeit 18:10).

Diese erste Halbzeit werden die Gäste aus Schwaben wohl so schnell nicht vergessen: 23 Minuten lang verging dem letztjährigen Tabellenvierten der Zweiten Liga Süd im Dormagener Angriffswirbel Hören und Sehen. 14:5 führten die wie entfesselt aufspielenden Hausherren zu diesem Zeitpunkt, TVB-Trainer Günter Schweikardt sah sich schon nach 16 Minuten angesichts eines 3:10-Rückstandes genötigt, die "Grüne Karte" für eine Auszeit zu zücken. Bis dahin hatte alleine der Isländer Arnor Gunnarsson getroffen auf Seiten der Gäste.

Die Dormagener hingegen knüpften nahtlos da an, wo sie eine Woche zuvor in der Schlussphase aufgehört hatten: Mit einem schnellen Kombinationsspiel, angetrieben vom anfangs kaum zu bremsenden Björgvin Holmgeirsson, und einer sehr beweglichen Deckung, die den Gästen mehr als ein Mal das Spielgerät raubte. Und wenn sich die Bittenfelder doch einmal gegen die DHC-Abwehr durchsetzen konnten, stand da noch Jendrik Meyer im Gehäuse der Hausherren: Der 29-Jährige spielte sich mit insgesamt 18 gehaltenen Würfen, davon zwei Siebenmetern, gleich bei seinem Heimdebüt in die Herzen der Fans. Dass sich der gebürtige Hamelner nach dem Schlusspfiff auch noch als Vorsänger bei der "Humba" entpuppte, setzte seiner Galavorstellung noch eins drauf.

Meyer hielt mit seinen Paraden auch im zweiten Durchgang den Vorsprung fest, als bei den Dormagenern ein wenig die Konzentration nachließ und die Gäste zwischenzeitlich bis auf sechs Tore verkürzen konnten. Weil Dennis Szczesny und Bastien Arnaud früh mit jeweils zwei Zeitstrafen bedacht waren, stand der Innenblock der Deckung nämlich nicht mehr ganz so sicher, was vor allem Dominik Weiß zu sieben Treffer für den TVB nutzte. Doch weil auf der Gegenseite Bartosz Konitz (7) und David Breuer (5) fast nach Belieben trafen und Florian von Gruchalla mit Gegenstoßtoren nach langen Meyer-Pässen glänzte, geriet der auch in dieser Höhe verdiente Sieg nie in Gefahr, ja, er hätte am Ende auch zweistellig ausfallen können.

(NGZ)